Ende

Es sind Ferien, lange Sommerferien. Das Sabbat-Jahr hat definitiv sein Ende gefunden.
Ich arbeite am Unterricht für das neue Schuljahr, plane Termine und bin gedanklich schon oft wieder in der Schule, auch wenn die erst am neunten August wieder startet.
In der letzten Ferienwoche werden einige Fortbildungen und Abstimmungstreffen stattfinden. Es ist diesbezüglich also ganz gut, dass unsere lange Familienreise storniert werden musste. Ich fühle schon wieder einen gewissen Stress aufkommen, weil der neue Unterricht schwer einzuschätzen ist. Auch weiß ich noch nicht, ob und wenn ja, welche Fachräume ich nutzen kann.
Der normale Betrieb also. Zusätzlich mit der Ungewissheit, ob die Corona Pandemie wieder aufflammt und die Planungen neu erstellt werden müssen. Bislang gehen wir von einem „normalen“ Unterrichtsablauf für alle Schüler*innen und Auszubildenden nach den Ferien aus.
Bei über 3000 Schüler*innen eine große Herausforderung.
Ich muss mir noch eine Plexiglas Schutzbedeckung beschaffen. Ohne Mimik zu unterrichten ist schwer. Ohne Mimik in Klassen mit erhöhtem pädagogischen Aufwand dürfte dies noch schwerer sein.

Genau diese Klassen hatte ich mir für die nächsten Jahre gewünscht. Weniger fachliche Tiefe, dafür stärker pädagogisch und erzieherisch arbeiten.
Nach jetziger Planung wird dies dann auch so kommen.

Meine Unterrichtsschwerpunkte werden WiPo und Elektrotechnik bleiben. Aber auch Elektrfachliche Deutschkurse und Mathematik wird es geben.

Das letzte Jahr ist eigentlich nicht zu schnell vergangen. Durch gute Vorbereitung der mir wichtigsten Punkte konnte ich viel erleben und lernen. Leider fielen die privaten Familienreisen der Corona Pandemie zum Opfer. Ob sich diese nachholen lassen ist nicht klar. Zum Einen geht die Älteste demnächst ihre eigenen Wege und zum Anderen behindern uns zunehmend Krankheiten. Wir planen zunehmend auf Sicht.
Insbesondere die Reisevorbereitungen der letzten Monate haben Nerven und Zeit gekostet. Freude auf die zu unternehmenden Reisen war aufgekommen und die Enttäuschung über notwendige Absagen war jeweils groß. Vielleicht bietet es sich an, ein bequemes, behindertengerecht ausgestattetes Wohnmobil zu kaufen. Dann kann man spontan und entspannt reisen.

Für das nächste Jahr habe ich jedenfalls vor, wieder nach Tansania zu reisen. Wenn möglich würde ich gerne unsere Jüngste mitnehmen. Das Land ist toll und ich kenne allmählich viele Menschen dort, die ich gerne wiedersehen würde. Außerdem sind noch so viele gemeinsame Ideen mit ihnen zu besprechen.
Am liebsten würde ich einen Teil des Jahres regelmäßig dort leben. Meine Familie kann sich dieses aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht vorstellen.

Freunde fragen jetzt häufiger, ob ich mich wieder auf die Arbeit freuen würde. Ich kann da nur antworten, dass es mich nicht stört, wieder „normal“ zu arbeiten. Ich könnte aber durchaus darauf verzichten, ohne dass mir etwas fehlen würde. Genügend Ideen und Vorhaben für einige weitere Monate habe ich schon.
Manches ist schon begonnen, wie der Umbau eines Benzin Autos zum E-Mobil. Auch habe ich endlich begonnen ein dünnes Buch zu schreiben. Politisch könnte ich mir vorstellen, mehr zu machen um die Zukunft der Region oder Deutschlands mit zu gestalten.

Es ist aber abzusehen, dass neben der Arbeit als Lehrer und den Aufgaben als Vater und Ehemann in den nächsten Jahren viele Projektideen liegen bleiben. Zumindest sportlich möchte und werde ich aber das nächste Hobby austesten. Windsurfen oder Kiten werde ich erlernen. Die Nähe zur Nordsee bietet bietet hier angenehme Vorteile. Da kann ich dann auch schon mal am Wochenende mit dem Zelt oder zukünftig im WoMo an der See bleiben. Den Wind zu nutzen habe ich während der letzten Jahre beim Paragliding ja schon geübt. Zum Glück habe ich den Abschluss dieses Hobbys wie geplant in Nepal noch erleben können. Eine tolle Tour durch die Berge einer sehr interessanten Region dieser Welt.

War das Jahr Auszeit nun gut? Ich bin überzeugt, dass sich viel mehr Menschen dieses gönnen sollten. Man kommt auf viele neue Iden, gewinnt viele neue Eindrücke und nimmt Zeit anders, intensiver wahr.
Für die Familie ist es allerdings anstrengend, wenn der Lebensrhythmus so stark verändert wird. Plötzlich geht Papa nicht mehr regelmäßig arbeiten, ist dafür aber mehrere Wochen am Stück weit weg. Das kann belasten oder gar verwirren.

Ich kann die Auszeit nur empfehlen. Ich werde das auch wiederholen. Der Antrag ist schon abgegeben und ich hoffe, 2023 im Herbst noch so gesund zu sein, dass ich wieder einige Reisen unternehmen kann. Vielleicht sogar wieder für den SES als Entwicklungshelfer, vielleicht aber auch für meine eigenen Projekte, die bis dahin weiter geplant und finanziert werden könnten. Wie gesagt, Tansania reizt, allerdings Portugal auch und …..

Tschau, Manfred

Tag12 danach

Ein Jahr ist schnell um. Die Schreibtischarbeit macht aber auch Spaß. Ich nehme mir allerdings nur wenig Zeit für die Arbeit am Unterricht ab August.
Termine planen, Unterricht strukturieren und in die richtigen, wichtigen neuen Mail-Vereilerlisten der drei unterschiedlichen Abteilungen im rbz eingetragen zu werden ist wichtig.

In der letzten Ferienwoche finden einige Schulungen zum Umgang mit dem neu aufgesetzten moodle Server statt. Grundlegend kenne ich moodle, da ich in den letzten Jahren viel damit gearbeitet hatte. Aber die Änderungen und die live Video Unterrichte über das integrierte jitsy Modul kenne ich nur am Rande. Ich werde also zu den Schulungen und dem anschließenden Erfahrungsaustausch gehen.

Wie viele meiner Schüler ich überzeugt bekomme, diese Plattform zu nutzen bleibt fraglich.

Besondere Freude bereitet mir zugegebener Maßen die Vorbereitung des neuen WiPo Unterrichts. Mit leistungsschwächeren Heranwachsenden die Lebesbedingungen in Deutschland und der Welt zu erkunden ist eine spannende Hrausforderung.
Ich bin überzeugt, dass WiPo eines der wichtigen Unterrichtsfächer darstellt. Zumindest wenn man es als „Verbraucher*innen Bildung“ oder „Bürger*innen Bildung“ betrachtet. Es ändert sich so viel, sobald man erwachsen wird. Viele Dinge, die vorher von Eltern oder Erziehern erledigt wurden muss man plötzlich selber tun. Mit vorhandenem Einkommen auszukommen ist eine weitere große Aufgabe.
Daneben habe ich den Anspruch, dass die Schüler*innen nicht nur ihre Rechte im Sozialsystem kennen. Sie sollen auch die Funktionsweise beschreiben können.
Ganz wichtig ist es mir, dass sie erkennen, wie uns wo sie sich politisch beteiligen können. Sie sollen in der Lage sein, die eigene Umwelt persönlich mit gestalten zu können. Sie sollen Politik als Chance sehen und sich nicht „denen da oben“ ausgeliefert fühlen.

Ein hohes Ziel, ich weiß. Aber ich habe auch schon zwei ehemalige Schüler in politischer Verantwortung in unserem Kreis wiedersehen dürfen. Leider in einer aus meiner Sicht falschen Partei, aber immerhin aktiv.

Tag9 danach

Heute rief mein Betreuer beim SES Bonn an und wollte mit mir über eitere Projekte sprechen. Scheinbar ist der SES derzeit in Erklärungsnot, was sie denn mit den öffentliche Geldern und dem Stiftungskapital tun. Alle Auslandsprojekte sind schließlich aufgrund der Pandemie eingestellt.

Tags zuvor hatte ich Kontakt mit Claudia in Tansania. Sie ist freie Mitarbeiterin als Beraterin für SES Einsätze in Tansania, Uganda und Kenia. Auch sie hatte plötzlich mehr Interesse an den im Februar besprochenen Ideen für zwei Einsätze in Mrimbo.
Damals war sie noch sehr zurückhaltend. Nun scheint die Neuaquise wichtiger zu werden.

Es ist aber auch ein ungewohntes Problem wenn man Geld nicht ausgeben kann. Eine Stiftung verliert schnell ihren Status der Steuerfreiheit, wenn das Gels nicht Satzungsgemäß ausgegeben werden kann.

Ein ähnliches Problem hatten wir die letzten Jahre auch mit unserer lokalen Förderstiftung. Dann haben wir angefangen zu werben, dass sich Jugend- und Hilfsorganisation bei uns bewerben können. Und schon schlug die Herausforderung um. Für 2020 gab es mehr Anträge als angenommen werden konnten.

Für den SES werde ich die nächsten Jahre nicht tätig werden. Im Inland als Betreuer von Jugendlichen in Ausbildung möchte ich nicht aktiv sein. Hier genügt mir der Aufwand, den ich als Berufsschullehrer selber in meiner Schule treibe.
Wenn ich mich nachmittags um Probleme von Kindern und Jugendlichen kümmere, dann um die meiner Kinder und vielleicht um die Fragen deren Freund*innen.

Aktuell durchlebe ich zu Hause die Fortbildung „Umgang mit Adoleszenz“ am lebenden Beispiel.
Anstrengend aber interessant. Ich bin sehr gespannt auf die neue Persönlichkeit, die sich da derzeit entwickelt. Ich muss nur aufpassen, dass ich kein Magengeschwür bekomme, bis der Verwandlungsprozess vom Mädchen zur Frau abgeschlossen ist.

Zur Entspannung und im Gewissen Maße der Meditation, gehe ich noch immer gerne ich die Werkstatt. Dort ist täglich zu sehen, wie das Projekt weiter voran kommt. Heute wird ein weiteres Teil wieder eingebaut.
Die Hoffnung, bis zum Ende der Ferien mit den aufwändigsten Arbeiten fertig zu sein, besteht weiter.

Tag2 danach

Das Jahr der Freiheit ist vorbei, jetzt folgen die Sommerferien.

Ich nutze die Zeit um unter anderem das neue Grundsatzprogramm Bündnis 90/Die Grünen zu studieren. Es ist nicht zu lang und durchaus interessant. Die Partei öffnet sich breiteren Bevölkerungsschichten und traut sich dabei, es sich mit extremen Ideologen zu verscherzen.

Beispiel Gentechnik. Hier gibt es gefühlt eine neue Offenheit, diese weitgehend zulassen zu wollen. Lediglich die Manipulation am ungeborenen menschlichen Leben wird weiterhin konsequent abgelehnt. Veränderungen an anderen Lebewesen wird allerdings denkbar.
Schön, dass dabei die Patente auf Lebewesen nicht möglich sein sollen. Auch sollen alle gentechnischen „Rezepte“ in einer Open Source Lizenz der allgemeinen Nutzung zufallen.
Natürlich kann dies vorerst nur für die Forschung innerhalb Deutschlands vorgegeben werden. Europa wäre ein zweiter Schritt für diese Regeln.
Wenn Lebewesen verändert werden, dann wäre es mir wichtig, dass die „Originale“, die unveränderten Lebensformen zwingend erhalten bleiben müssen. Ansonsten haben wir bald eine Vielzahl von Nachahmer-Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Bakterien) ohne im Zweifel auf die Ursprungs-Version zurückgreifen zu können.

Und sonst so? Der Ferien-Alltag stellt sich ein. Ein wenig basteln in der Garage. Diskutieren mit den Kindern. Unterricht planen und Termine koordinieren. Büroarbeit aufarbeiten. Politisch aktiv werden, weil gerade Sommerpause ist.

Tag374 Das Jahr der Absagen

In diesem Jahr haben wir schon viel Geld für Urlaub oder Reservierungen ausgegeben, ohne es in Anspruch zu nehmen. Ich komme mir schon vor wie in dem alten Witz:
“ Heute habe ich den Busfahrer beschissen.
Wie das?
Ich habe eine Fahrkarte gekauft und bin gar nicht mitgefahren“

Gestern haben wir die letzte Urlaubsplanung storniert, besser gesagt gegen einen Gutschein getauscht. Meiner Mutter geht es leider sehr schlecht, so dass ich mich derzeit nicht traue weiter weg zu reisen.
Da wir eigentlich über den Sommer mit dem Wohnmobil wegfahren wollten haben wir gestern auch den Wohnwagen verkauft. Dies war schon letzte Woche telefonisch vereinbart, sonst hätte ich das jetzt lieber nicht getan, denn dadurch haben wir jetzt keinen Rückzugsort im Sommer. Positiv ist natürlich, dass wir den Wohnwagen nun auch nicht mehr TÜV fertig machen müssen. Der Preis war auch gut. Man sollte Camping Sachen immer nach der Saison kaufen. Aktuell sind die günstigen Wagen und alten Mobile recht hochpreisig.

Wie nutze ich die letzten sechseinhalb Wochen bis zum Unterrichtsbeginn? Zum Einen muss ich Unterricht vorbereiten. Für einige Klassen weiß ich schon, welche Fächer oder Lernfelder ich zu unterrichten habe. Auch werde ich erstmalig im Lehrerdasein Mathematik unterrichten. Zumindest ein wenig muss ich mich dafür in die entsprechende Didaktik einarbeiten.
Vielleicht kann mir unsere kleine Tochter ja helfen, derzeit hasst sie mich zwar aber vielleicht ändert sich die Gefühlslage ja bald wieder. Sie kann mir bestimmt erzählen, wie ihre Mathelehrer neue Rechenwege einführen.

Außerdem habe ich vermutlich mehr Zeit für das Fertigstellen des Restaurationsobjektes. Diese Abwechslung, gelegentlich oder auch häufig am Auto zu schrauben, bringt Spaß. Dort muss ich nicht zu viel denken, kann nebenbei Bücher hören und sehe jedes Mal, was geschafft wurde.
Wie immer habe ich natürlich schon wieder viele Pläne im Kopf, wie es bei diesem Hobby weitergehen könnte. Zuerst jedoch konzentriere ich mich auf die Fertigstellung des aktuellen Fahrzeugs.
Außer es bietet sich zwischendurch eine besondere Gelegenheit, die „man sich nicht entgehen lassen kann“. Planung halt.

Ach ja, die Politik nimmt auch wieder zusätzlich Zeit in Anspruch. Hier muss ich mich motivieren wieder motiviert wie früher in die Diskussionen einzusteigen. Zu viele Entscheidungen konnte ich aber in den letzten beiden Jahren als Kreistagsmitglied nur unwesentlich beeinflussen. Es frustriert schon, wie langsam und ideologisch viele Herausforderungen auch in der Lokalpolitik angegangen werden.

Tag366 Das Jahr ist um

Heute habe ich gearbeitet, ja für die Schule. Auch wenn der Unterricht erst wieder am 9.8.2020 los geht.
Mein Abteilungsleiter hat meinen Wünschen gemäß meine Einsatzbereiche für die Zukunft verändert. Außerdem konnte ich schon die ungefähren Einsatzbereiche erfahren. Wie ich es wollte werde ich mich vornehmlich um Schüler*innen kümmern, die es nicht leicht hatten und haben. Bis zum 18en Lebensjahr besteht ja die Schulpflicht. Einige schaffen es aber nicht in der eigentlichen Schulzeit einen Abschluss zu erreichen. Wenn sie dann auch keinen Ausbildungsplatz bekommen, dann kommen sie zu uns in die Berufsschule. Manchmal brauchen die jungen Menschen einfach nur ein Jahr mehr Zeit. Meistens besteht die Chance, ihnen Schule auch als anders zu vermitteln, als sie es bis dato kennen lernten. Mit Spaß am Lernen kommt man weiter als mit der Pflicht, anwesend zu sein und regelmäßig zu scheitern.

Vermutlich werde ich mich auch wieder um Klassen mit geflüchteten Jugendlichen kümmern. Das bringt eigentlich immer Spaß, denn hier geht es um Spracherwerb und Orientierung in der neuen Gesellschaft. Ich lerne dort immer sehr viel von meinen Schüler*innen. Andere Länder und Lebenswelten haben mich schon immer fasziniert.
Zusätzlich sind die meisten dieser Schüler absolut am Lernen interessiert. Dafür ist die Homogenität in den Klassen absolut nicht gegeben. Vom Analphabeten bis zum Studenten finden sich alle Bildungs-Historien.

Und einige Stunden gebe ich auch wieder in der klassischen Elektrotechnik. Dadurch bleibe ich am Thema der beruflichen Ausbildung beteiligt. Ein Wechsel nach Bedarf bleibt also für die Zukunft offen.

Ich habe übrigens nur zwei Stunden für die Schule gearbeitet, denn offiziell muss ich erst nah den Ferien wieder ran. Ich bin jedoch noch nicht durch alle Mails durch. 600 muss ich noch sichten und in Ordner sortieren.

Tag360 Corona?

Gestern haben wir uns zur Vorsicht selber testen lassen. Leichter Husten und körperliche Schlappheit bei allen in der Familie muss ernst genommen werden. Ich glaube zwar noch nicht, dass wir uns irgendwo angesteckt haben, denn wir waren die letzten Wochen sehr kontaktscheu. Aber man weiß ja nie. Zumal wenn wir unsere Mütter (Großmütter) nächste Woche besuchen wollen, wäre es fatal hier nachlässig zu sein.
Mal abwarten, morgen soll das Ergebnis vorliegen.

Statt in die Werkstatt oder zum Einkaufen zu gehen habe ich so Zeit für die Keller-Werkstatt und den Garten. Wäsche waschen, Lampen anbauen, Fenster reparieren, aufräumen und im Internet surfen. Das kann man ein paar Tage auch machen. Aber zwei Wochen Quarantäne würde ich hassen. Nicht einmal genug Klopapier haben wir gehamnstert 😉

Vorgestern wollten Kim und ich eigentlich zum Iron Maiden Konzert nach Bremen. Dieses wurde aber auf nächstes Jahr verschoben. Hoffentlich darf ich dann noch mitkommen. Sollte Kim einen dann Freund haben müsste ich wohl meine Karte abtreten.
Statt dessen haben wir gestern eine Doku von und über Iron Maiden und danach die zweistündige Radioshow auf Radio Bob auf dem Sofa genossen. Und weil wir ganz ordentliche Lautsprecher haben konnten sicher einige Nachbarn auch mit hören.

Obwohl die Zeit zu Hause nun da ist nutze ich sie nicht effektiv zum Suaheli lernen. Zwar schaffe ich es noch immer, fast täglich einige Minuten fleißig zu üben. Aber große Fortschritte mache ich nicht. Ich bin noch zu häufig unsicher bei den einfachsten Vokabeln. Besonders verwirrend ist es, dass einige Vokabeln im google Übersetzer eine andere Bedeutung haben als in meinem Lernprogramm. Ich glaube, ich muss mal mehr mit Venance und Pracseda schreiben, damit ich die richtige Übersetzung lerne. Mehrdeutigkeit ist bei Sprachen ja normal. Aber für mich als Anfänger sehr verstörend.
Es wächst der Plan, im nächsten Jahr kurz nach Tansania zu fahren (fliegen) um dort die Sprache zu festigen. Vielleicht schon in den Frühjahrsferien. Sicherlich kann dann auch schon etwas für die Projektreise 2022 vorbereitet werden.

Und hier am PC wächst der Plan heran, nach dem Taunus ein weiteres Auto zu elektrifizieren. Die alten Wunschautos kommen da wieder vor. Der Trabi Kombis eignet sich, weil billig und technisch sehr einfach gestrickt bei geringem Leergewicht und hoher Zuladung. Die AC Cobra wäre toll, weil man da richtig power einbauen könnte. Vielleicht sogar mit Allrad und zwei Motoren. Und der Ford A Viertürer wäre eine tolle historische Edelkarosse zum relativ günstigen Kurs. Hier gibt es noch viele Teile zu kaufen und die Technik ist sehr simpel. Es reicht wie beim Trabi ein günstiger, kraftloser Motor um ausreichende ökonomische Fahrfreude zu bekommen.
Mal schauen wie das Taunus Projekt voran schreitet und ob ich danach noch Lust habe mich weiter mit Umbauten zu beschäftigen.
Sollte es aber ein Förderprogramm für E-Auto Umbauten geben, wäre dies sicher eine lohnende Idee für viele freie Kfz Werkstätten.

Tag354 Urlaubsplanung

Urlaub im Jahr 2020 ist ganz schön kompliziert. Wir hatten ja einen langen Planungsvorlauf für die große Familienreise. Wir wollten nach Nordamerika. Die US Westküste besichtigen und danach unsere Familie in Kanada besuchen um dann über New York nach Hause reisen.
Mit Hilfe eines sehr guten Reisebüros und viel Zeitaufwand wurde geplant, verworfen, umgeplant, gebucht und Verkehrsmittel organisiert.
Gestern nun mussten wir die Reise stornieren. Nicht nur, dass es einiges an Kosten verursacht ohne eine Leistung dafür zu bekommen, es ist auch traurig.

Was nun? Wir kamen auf die Idee, mit dem Wohnmobil eine kürzere Tour zu unternehmen. Also mal nachfragen, was das so kosten würde. Die Tour Idee ist schnell gefunden, denn wir wollten den Kindern schon lange die Reise zeigen, die wir vor über 30 Jahren schon einmal mit einem kleinen Camper gemacht haben.
Bei der Recherche nach einem mietbaren Wohnmobil erfahren wir, dass viele andere Urlauber wohl ähnliche Ideen für diesen Sommerurlaub haben. Es liegt ja auch nahe, denn im eigenen Zimmer auf Rädern setzt man sich nicht den Menschenmassen aus. Man kann fast immer irgendwo die Ruhe und Landschaft genießen, Großstädte meiden und überfüllten Restaurants entgehen. Auch Ansteckungsgefahren am Buffet ist nicht gegeben.
Folglich schnell buchen, was noch da ist. Immer mit dem Risiko, dass doch wieder etwas dazwischen kommt. Denn sicher ist es ja nicht, dass die Grenzen offen bleiben. Sicher ist auch nicht ob die Familie gesund genug sein wird für eine lange Tour. Sicher ist auch nicht, ob es meiner Mutter wieder besser geht. Alles Fragen, die auftreten. Aber trotzdem wollen wir noch einmal als Familie zusammen weg fahren.
Wenn die Kinder erst zu alt sind, dann gehen sie sowieso eigene Wege. Das wird bald der Fall sein.

Unsere Kurzreise, eigentlich zu Organisation eines Projektes, nach Tunesien hatten wir aufgrund einer schnell notwendigen OP im Frühjahr ja auch schon absagen müssen. Und meine Simbabwe Reise für den SES findet auch nicht statt. Vielleicht klappt es ja jetzt einmal.

Tag350 Pfingsten

Obwohl ich heute wieder früh aufgewacht bin, konnte ich mich vor sechs nicht überreden, auch auf zu stehen. Ungewöhnlich und eigentlich ein Zeichen dafür, das es mir gesundheitlich nicht so gut geht. Ich fühle mich aber fit.
Vielleicht liegt es daran, das ich gestern zu lange Filme gucken musste. Ich mag das ja nicht mehr und so gibt sich meine filmliebende Familie alle Mühe, auch mir gefallende Videos auszusuchen. Gestern im Autokino sahen wir die Biografie von Udo Lindenberg. Ich fand die sogar ziemlich interessant, wenn ach viel zu lang. Das Leben anderer im Vergleich zum eigenen Leben wird aus meiner Sicht immer interessanter, je älter ich werde. Nun ist es zwar zu spät, daraus etwas für das eigene Leben zu lernen, aber dafür kenne ich die Personen als begleitende Teile meiner eigenen Historie. Lindenberg und Elton John haben sogar viele Parallelen in ihrer Biografie. Schwere Kindheit, Stress mit dem Vater und heftigen Drogenkonsum. Erstaunlich, dass sie dann so erfolgreich werden konnten.
Rocketman“ , die Biografie Verfilmung über Elton hatten wir gestern geschaut. Die Machart fand ich besser und nicht zu langatmig.

Gestern Nachmittag sahen wir die Doku über Iron Maiden und ihr Konzert 1994 in Sarajewo. Unsere Tochter ist Metal und Bruce Dickinson Fan. Auch ich mag Metal mittlerweile ganz gerne hören. Nur nicht zu oft.
Wir schauten die englische Originalfassung „Scream for me, Sarajevo“, bekamen den Inhalt aber trotzdem gut mit. Ein Konzert in Sarajewo zu spielen, in einem Bosnien, während des Krieges mit Serbien. In einer zerschossenen Stadt und mit vielen Toten drum herum. Als Band selber bedroht zu sein, das ist schon verrückt.
Auch nach der Doku kann ich noch nicht begreifen, warum der Organisator und die Band dieses Risiko eingegangen sind. Es grenzt aus meiner Sicht an ein Wunder, dass es nicht zu einer verheerenden Katastrophe führte.
In den drei Jahren der Stadtbelagerung starben mehr als 10.ooo Menschen und über 50.000 sind verwundet worden. Die Dokumentation stellt die ständige Bedrohung, die Zerstörungen und die Gefühle der Einwohner sehr eindrucksvoll dar.

Dieser Film war wichtig. Es war auch wichtig ihn zusammen mit Kim zu schauen, insbesondere weil die Idee von ihr kam. Ich denke, diese Doku wäre auch für den Politik oder Gemeinschaftskunde Unterricht im Gymnasium geeignet, Den Themenbereich Krisen und Krisenbewältigungen könnte ich demnächst am Beispiel des Zusammenbruchs Jugoslawiens behandeln. Von dieser Zeit und den Vorgängen weiß ich kaum etwas, obwohl dies genau die Zeit meines frühen Erwachsenen-Daseins war. Ich lebte in den 1990ern zwischen all den Geflüchteten aus Ex-Jugoslawien, aber die Zusammenhänge vor Ort waren mir damals zu komplex. Der reale Krieg war weit weg. Lediglich die deutsche Beteiligung an Kriegshandlungen habe ich damals sehr kritisch wahrgenommen.
Auch dieser erste Militäreinsatz und die Veränderungen unserer Sicherheitspolitik der Bundesrepublik sind gute Themen im Unterricht.

Und Pfingsten? Heute am Pfingstmontag werde ich wieder einmal herumfragen, wer denn weiß, welchem Ereignis wir diesen freien Tag zu verdanken haben. Es ist immer wieder erstaunlich, dass so viele Feiertage in Deutschland arbeitsfrei sind, obwohl nur noch Wenige die Begründung dafür geben können.
Gestern zumindest kam auf diese Frage meist ein Schulterzucken.

Tag348 Rückschau inhaltlich

Was lief eigentlich gut in diesem Sabbath Jahr und was lief weniger gut? Inhaltlich kann und werde ich mich nur an eigenen persönlichen Eindrücken zu Bewertung orientieren. Externes Feedback gab es zwar, aber nicht so häufig.

In den letzten Wochen nutzte ich meine Zeit vor allem dazu, den alten Ford Taunus zu zerlegen. Auch konnte ich schon die Teile für den -Motor Umbau bestellen und zum Teil in Empfang nehmen. Dieses Projekt schreitet seit Mitte März kontinuierlich voran. Ich muss aber zugeben, dass es lange nicht professionell oder zeitoptimiert läuft. Es ist eher so etwas wie ein Hobby mit dem ich die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll nutze. Allmählich jedoch werde ich ungeduldig und will endlich den Motor einbauen. Zuvor muss aber noch der Rost und die Löcher entfernt werden. Die Achs- und Bremstechnik wird überarbeitet und der Wagen wird konserviert. Das dauert alles zu lange. Ab August, wenn die Schule wieder beginnt werde ich kaum Zeit haben, viel am Auto zu basteln.
Gerade habe ich die nächsten Teile geordert um die Achse zu überholen. Gleich geht es dann zum Sattler um die Sitze beziehen zu lassen.

Die Campingplatz Aufenthalte in MeckPom sind auch weggefallen, weil der Platz bisher noch gesperrt war. Dazu wollte ich eigentlich ein Klapp-E-Bike besorgen oder bauen. Nun hat sich zwischenzeitlich ergeben, ein Touren E-Bike gebraucht aber gut zu kaufen. Damit habe ich viel Spaß und das erste Mal im Leben zufrieden mit einem Fahrrad. Ich hoffe, noch viele Kilometer damit zu fahren.

Simbabwe musste ich aus unterschiedlichen Gründen absagen. Erst gab es familiäre, krankheitsbedingte Gründe. Danach trat die Corona Pandemie mit ihren Reiseeinschränkungen auf. Somit kann ich an der Berufsschule in Harare nicht arbeiten. Eigentlich wollten wir ein Konzept für EDV Einrichtung und Internetauftritt sowie Gerätereparaturen erstellen. Das wäre in einem Land mit neuer Regierung und ohne offizielles international tauschbare Währung schon sehr spannend geworden.

Unsere Familienreise durch Nordamerika wird aller Wahrscheinlichkeit auch nicht stattfinden. Die Einreise in die USA und der Flug dorthin ist für normale Urlauber noch immer unmöglich. Dies ist einerseits bedauerlich, weil es so lange geplant ist, einen letzten großen, langen Familienurlaub zu unternehmen. Hoffentlich empfindet sich Kim nächstes Jahr noch nicht als zu alt um mit uns gemeinsam zu verreisen.

Immerhin hatte die Tansania Tour noch stattfinden können. Zwei Wochen mit der Reisegruppe des Tansania Vereins. Danach zwei Wochen eigene Urlaubs- und Erkundungstour durch den Nordwesten Tansanias. Das war sehr spannend. Es folgt nun mein Versuch, Suaheli so weit zu lernen, dass ich vor Ort auch einmal sprechen und verstehen kann, was um mich herum geschieht. Viele neue Kontakte und einige neue Ideen für Projekte in Tansania lagern auf Vorrat in meinem Kopf. Leider sind die Kontakte derzeit in Tansania irgendwie zur Ruhe gekommen. Es scheint so, dass sich aller vor Ort in ihr Privatleben zurückgezogen haben. Mails und Chats werden lange nicht mehr so effektiv beantwortet wie noch vor einem Monat.

Indonesien und der vierwöchige Unterricht an einer dortigen Berufsschule hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich möchte zwar nicht noch einmal nach Jakarta, weil der Verkehr und die Luftverschmutzung zu grausam sind. Aber die Menschen dort haben mir sehr gut gefallen. Auch das Arbeitsklima war sehr angenehm und die Arbeit aus meiner Sicht erfolgreich.
Schön, dass ich dort auch den interessanten Hans Dieter mit seiner tollen Lebensgeschichte kennen lernen konnte. Die Kontakte bestehen aufgrund ähnlich gelagerter Interessen immer noch.

Nepal war ein Highlight. Zwar nur zum Fliegen per Gleitschirm dort hin gefahren konnte ich doch viel über das Land erfahren. Die Menschen sind den Tansaniern in vielem sehr ähnlich. Im ländlichen Raum wird viel mit alternativen Energieformen und immer stärker mit ökologischem Tourismus gearbeitet. Der Blick auf die 8000er und das Gleiten in die Täler war toll. Ich habe aber auch gemerkt, dass das Gleitschirmfliegen kein Hobby ist, was ich weiter betreiben muss. Ich fange dann lieber etwas neues an und beende dieses Hobby nach vier Jahren. Mittlerweile habe ich dabei viele Eindrücke in den Alpen, im Himalaya Vorgebirge, an den Küsten Dänemarks und an Winden Startplätzen im Flachland sammeln können. Das war sehr schön, aber um weiter zu kommen müsste ich zu viel Zeit darin investieren. Das möchte ich aber nicht.
Was in Nepal noch toll war, das war der Yoga Kurs den wir mit Goma über die ganze Zeit hindurch durchgeführt hatten. Diese tolle kleine Nepalesin ist voller Kraft, Elan und Gelenkigkeit und hat uns Teilnehmer (Kerle) gut motiviert und dabei aufgezeigt, was wir alles noch lernen könnten. Alleine die Tatsache, Yoga in Nepal zu erlernen war schon beeindruckend und inspirierend. Leider führe ich dies hier zu Hause nicht fort.

Was war noch? Ich habe mich auf den Unterricht in Indonesien durch einen Englischkurs vorbereitet. Die zwei Wochen Schul in Oxford möchte ich nicht missen. Neben etwas mehr Englischkenntnissen habe ich auch gut abschalten können. Es war gleich zu Beginn des Sabbats und noch in der Ferienzeit. Dadurch konnte ich schnell Abstand zu meinem alten Schulbetrieb herstellen. Interessante Menschen kurz kennen lernen und keine Verpflichtungen eingehen zu müssen war entspannend.

Und zumindest einen Rhetorik Kurs habe ich auch belegt. Es ging darum, wie man Video Interviews führt oder gibt. Aus politischer Sicht betrachtet wertvoll. Ob ich das Wissen in nächster Zeit einsetzen kann ist aber noch offen. Ich habe das Gefühl, nicht so sehr für Politik geeignet zu sein. Die Fortschritte dort geschehen mir zu langsam. Ich bin oft zu ungeduldig.