Tag350 Pfingsten

Obwohl ich heute wieder früh aufgewacht bin, konnte ich mich vor sechs nicht überreden, auch auf zu stehen. Ungewöhnlich und eigentlich ein Zeichen dafür, das es mir gesundheitlich nicht so gut geht. Ich fühle mich aber fit.
Vielleicht liegt es daran, das ich gestern zu lange Filme gucken musste. Ich mag das ja nicht mehr und so gibt sich meine filmliebende Familie alle Mühe, auch mir gefallende Videos auszusuchen. Gestern im Autokino sahen wir die Biografie von Udo Lindenberg. Ich fand die sogar ziemlich interessant, wenn ach viel zu lang. Das Leben anderer im Vergleich zum eigenen Leben wird aus meiner Sicht immer interessanter, je älter ich werde. Nun ist es zwar zu spät, daraus etwas für das eigene Leben zu lernen, aber dafür kenne ich die Personen als begleitende Teile meiner eigenen Historie. Lindenberg und Elton John haben sogar viele Parallelen in ihrer Biografie. Schwere Kindheit, Stress mit dem Vater und heftigen Drogenkonsum. Erstaunlich, dass sie dann so erfolgreich werden konnten.
Rocketman“ , die Biografie Verfilmung über Elton hatten wir gestern geschaut. Die Machart fand ich besser und nicht zu langatmig.

Gestern Nachmittag sahen wir die Doku über Iron Maiden und ihr Konzert 1994 in Sarajewo. Unsere Tochter ist Metal und Bruce Dickinson Fan. Auch ich mag Metal mittlerweile ganz gerne hören. Nur nicht zu oft.
Wir schauten die englische Originalfassung „Scream for me, Sarajevo“, bekamen den Inhalt aber trotzdem gut mit. Ein Konzert in Sarajewo zu spielen, in einem Bosnien, während des Krieges mit Serbien. In einer zerschossenen Stadt und mit vielen Toten drum herum. Als Band selber bedroht zu sein, das ist schon verrückt.
Auch nach der Doku kann ich noch nicht begreifen, warum der Organisator und die Band dieses Risiko eingegangen sind. Es grenzt aus meiner Sicht an ein Wunder, dass es nicht zu einer verheerenden Katastrophe führte.
In den drei Jahren der Stadtbelagerung starben mehr als 10.ooo Menschen und über 50.000 sind verwundet worden. Die Dokumentation stellt die ständige Bedrohung, die Zerstörungen und die Gefühle der Einwohner sehr eindrucksvoll dar.

Dieser Film war wichtig. Es war auch wichtig ihn zusammen mit Kim zu schauen, insbesondere weil die Idee von ihr kam. Ich denke, diese Doku wäre auch für den Politik oder Gemeinschaftskunde Unterricht im Gymnasium geeignet, Den Themenbereich Krisen und Krisenbewältigungen könnte ich demnächst am Beispiel des Zusammenbruchs Jugoslawiens behandeln. Von dieser Zeit und den Vorgängen weiß ich kaum etwas, obwohl dies genau die Zeit meines frühen Erwachsenen-Daseins war. Ich lebte in den 1990ern zwischen all den Geflüchteten aus Ex-Jugoslawien, aber die Zusammenhänge vor Ort waren mir damals zu komplex. Der reale Krieg war weit weg. Lediglich die deutsche Beteiligung an Kriegshandlungen habe ich damals sehr kritisch wahrgenommen.
Auch dieser erste Militäreinsatz und die Veränderungen unserer Sicherheitspolitik der Bundesrepublik sind gute Themen im Unterricht.

Und Pfingsten? Heute am Pfingstmontag werde ich wieder einmal herumfragen, wer denn weiß, welchem Ereignis wir diesen freien Tag zu verdanken haben. Es ist immer wieder erstaunlich, dass so viele Feiertage in Deutschland arbeitsfrei sind, obwohl nur noch Wenige die Begründung dafür geben können.
Gestern zumindest kam auf diese Frage meist ein Schulterzucken.

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