Ende

Es sind Ferien, lange Sommerferien. Das Sabbat-Jahr hat definitiv sein Ende gefunden.
Ich arbeite am Unterricht für das neue Schuljahr, plane Termine und bin gedanklich schon oft wieder in der Schule, auch wenn die erst am neunten August wieder startet.
In der letzten Ferienwoche werden einige Fortbildungen und Abstimmungstreffen stattfinden. Es ist diesbezüglich also ganz gut, dass unsere lange Familienreise storniert werden musste. Ich fühle schon wieder einen gewissen Stress aufkommen, weil der neue Unterricht schwer einzuschätzen ist. Auch weiß ich noch nicht, ob und wenn ja, welche Fachräume ich nutzen kann.
Der normale Betrieb also. Zusätzlich mit der Ungewissheit, ob die Corona Pandemie wieder aufflammt und die Planungen neu erstellt werden müssen. Bislang gehen wir von einem „normalen“ Unterrichtsablauf für alle Schüler*innen und Auszubildenden nach den Ferien aus.
Bei über 3000 Schüler*innen eine große Herausforderung.
Ich muss mir noch eine Plexiglas Schutzbedeckung beschaffen. Ohne Mimik zu unterrichten ist schwer. Ohne Mimik in Klassen mit erhöhtem pädagogischen Aufwand dürfte dies noch schwerer sein.

Genau diese Klassen hatte ich mir für die nächsten Jahre gewünscht. Weniger fachliche Tiefe, dafür stärker pädagogisch und erzieherisch arbeiten.
Nach jetziger Planung wird dies dann auch so kommen.

Meine Unterrichtsschwerpunkte werden WiPo und Elektrotechnik bleiben. Aber auch Elektrfachliche Deutschkurse und Mathematik wird es geben.

Das letzte Jahr ist eigentlich nicht zu schnell vergangen. Durch gute Vorbereitung der mir wichtigsten Punkte konnte ich viel erleben und lernen. Leider fielen die privaten Familienreisen der Corona Pandemie zum Opfer. Ob sich diese nachholen lassen ist nicht klar. Zum Einen geht die Älteste demnächst ihre eigenen Wege und zum Anderen behindern uns zunehmend Krankheiten. Wir planen zunehmend auf Sicht.
Insbesondere die Reisevorbereitungen der letzten Monate haben Nerven und Zeit gekostet. Freude auf die zu unternehmenden Reisen war aufgekommen und die Enttäuschung über notwendige Absagen war jeweils groß. Vielleicht bietet es sich an, ein bequemes, behindertengerecht ausgestattetes Wohnmobil zu kaufen. Dann kann man spontan und entspannt reisen.

Für das nächste Jahr habe ich jedenfalls vor, wieder nach Tansania zu reisen. Wenn möglich würde ich gerne unsere Jüngste mitnehmen. Das Land ist toll und ich kenne allmählich viele Menschen dort, die ich gerne wiedersehen würde. Außerdem sind noch so viele gemeinsame Ideen mit ihnen zu besprechen.
Am liebsten würde ich einen Teil des Jahres regelmäßig dort leben. Meine Familie kann sich dieses aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht vorstellen.

Freunde fragen jetzt häufiger, ob ich mich wieder auf die Arbeit freuen würde. Ich kann da nur antworten, dass es mich nicht stört, wieder „normal“ zu arbeiten. Ich könnte aber durchaus darauf verzichten, ohne dass mir etwas fehlen würde. Genügend Ideen und Vorhaben für einige weitere Monate habe ich schon.
Manches ist schon begonnen, wie der Umbau eines Benzin Autos zum E-Mobil. Auch habe ich endlich begonnen ein dünnes Buch zu schreiben. Politisch könnte ich mir vorstellen, mehr zu machen um die Zukunft der Region oder Deutschlands mit zu gestalten.

Es ist aber abzusehen, dass neben der Arbeit als Lehrer und den Aufgaben als Vater und Ehemann in den nächsten Jahren viele Projektideen liegen bleiben. Zumindest sportlich möchte und werde ich aber das nächste Hobby austesten. Windsurfen oder Kiten werde ich erlernen. Die Nähe zur Nordsee bietet bietet hier angenehme Vorteile. Da kann ich dann auch schon mal am Wochenende mit dem Zelt oder zukünftig im WoMo an der See bleiben. Den Wind zu nutzen habe ich während der letzten Jahre beim Paragliding ja schon geübt. Zum Glück habe ich den Abschluss dieses Hobbys wie geplant in Nepal noch erleben können. Eine tolle Tour durch die Berge einer sehr interessanten Region dieser Welt.

War das Jahr Auszeit nun gut? Ich bin überzeugt, dass sich viel mehr Menschen dieses gönnen sollten. Man kommt auf viele neue Iden, gewinnt viele neue Eindrücke und nimmt Zeit anders, intensiver wahr.
Für die Familie ist es allerdings anstrengend, wenn der Lebensrhythmus so stark verändert wird. Plötzlich geht Papa nicht mehr regelmäßig arbeiten, ist dafür aber mehrere Wochen am Stück weit weg. Das kann belasten oder gar verwirren.

Ich kann die Auszeit nur empfehlen. Ich werde das auch wiederholen. Der Antrag ist schon abgegeben und ich hoffe, 2023 im Herbst noch so gesund zu sein, dass ich wieder einige Reisen unternehmen kann. Vielleicht sogar wieder für den SES als Entwicklungshelfer, vielleicht aber auch für meine eigenen Projekte, die bis dahin weiter geplant und finanziert werden könnten. Wie gesagt, Tansania reizt, allerdings Portugal auch und …..

Tschau, Manfred

Tag374 Das Jahr der Absagen

In diesem Jahr haben wir schon viel Geld für Urlaub oder Reservierungen ausgegeben, ohne es in Anspruch zu nehmen. Ich komme mir schon vor wie in dem alten Witz:
“ Heute habe ich den Busfahrer beschissen.
Wie das?
Ich habe eine Fahrkarte gekauft und bin gar nicht mitgefahren“

Gestern haben wir die letzte Urlaubsplanung storniert, besser gesagt gegen einen Gutschein getauscht. Meiner Mutter geht es leider sehr schlecht, so dass ich mich derzeit nicht traue weiter weg zu reisen.
Da wir eigentlich über den Sommer mit dem Wohnmobil wegfahren wollten haben wir gestern auch den Wohnwagen verkauft. Dies war schon letzte Woche telefonisch vereinbart, sonst hätte ich das jetzt lieber nicht getan, denn dadurch haben wir jetzt keinen Rückzugsort im Sommer. Positiv ist natürlich, dass wir den Wohnwagen nun auch nicht mehr TÜV fertig machen müssen. Der Preis war auch gut. Man sollte Camping Sachen immer nach der Saison kaufen. Aktuell sind die günstigen Wagen und alten Mobile recht hochpreisig.

Wie nutze ich die letzten sechseinhalb Wochen bis zum Unterrichtsbeginn? Zum Einen muss ich Unterricht vorbereiten. Für einige Klassen weiß ich schon, welche Fächer oder Lernfelder ich zu unterrichten habe. Auch werde ich erstmalig im Lehrerdasein Mathematik unterrichten. Zumindest ein wenig muss ich mich dafür in die entsprechende Didaktik einarbeiten.
Vielleicht kann mir unsere kleine Tochter ja helfen, derzeit hasst sie mich zwar aber vielleicht ändert sich die Gefühlslage ja bald wieder. Sie kann mir bestimmt erzählen, wie ihre Mathelehrer neue Rechenwege einführen.

Außerdem habe ich vermutlich mehr Zeit für das Fertigstellen des Restaurationsobjektes. Diese Abwechslung, gelegentlich oder auch häufig am Auto zu schrauben, bringt Spaß. Dort muss ich nicht zu viel denken, kann nebenbei Bücher hören und sehe jedes Mal, was geschafft wurde.
Wie immer habe ich natürlich schon wieder viele Pläne im Kopf, wie es bei diesem Hobby weitergehen könnte. Zuerst jedoch konzentriere ich mich auf die Fertigstellung des aktuellen Fahrzeugs.
Außer es bietet sich zwischendurch eine besondere Gelegenheit, die „man sich nicht entgehen lassen kann“. Planung halt.

Ach ja, die Politik nimmt auch wieder zusätzlich Zeit in Anspruch. Hier muss ich mich motivieren wieder motiviert wie früher in die Diskussionen einzusteigen. Zu viele Entscheidungen konnte ich aber in den letzten beiden Jahren als Kreistagsmitglied nur unwesentlich beeinflussen. Es frustriert schon, wie langsam und ideologisch viele Herausforderungen auch in der Lokalpolitik angegangen werden.

Tag366 Das Jahr ist um

Heute habe ich gearbeitet, ja für die Schule. Auch wenn der Unterricht erst wieder am 9.8.2020 los geht.
Mein Abteilungsleiter hat meinen Wünschen gemäß meine Einsatzbereiche für die Zukunft verändert. Außerdem konnte ich schon die ungefähren Einsatzbereiche erfahren. Wie ich es wollte werde ich mich vornehmlich um Schüler*innen kümmern, die es nicht leicht hatten und haben. Bis zum 18en Lebensjahr besteht ja die Schulpflicht. Einige schaffen es aber nicht in der eigentlichen Schulzeit einen Abschluss zu erreichen. Wenn sie dann auch keinen Ausbildungsplatz bekommen, dann kommen sie zu uns in die Berufsschule. Manchmal brauchen die jungen Menschen einfach nur ein Jahr mehr Zeit. Meistens besteht die Chance, ihnen Schule auch als anders zu vermitteln, als sie es bis dato kennen lernten. Mit Spaß am Lernen kommt man weiter als mit der Pflicht, anwesend zu sein und regelmäßig zu scheitern.

Vermutlich werde ich mich auch wieder um Klassen mit geflüchteten Jugendlichen kümmern. Das bringt eigentlich immer Spaß, denn hier geht es um Spracherwerb und Orientierung in der neuen Gesellschaft. Ich lerne dort immer sehr viel von meinen Schüler*innen. Andere Länder und Lebenswelten haben mich schon immer fasziniert.
Zusätzlich sind die meisten dieser Schüler absolut am Lernen interessiert. Dafür ist die Homogenität in den Klassen absolut nicht gegeben. Vom Analphabeten bis zum Studenten finden sich alle Bildungs-Historien.

Und einige Stunden gebe ich auch wieder in der klassischen Elektrotechnik. Dadurch bleibe ich am Thema der beruflichen Ausbildung beteiligt. Ein Wechsel nach Bedarf bleibt also für die Zukunft offen.

Ich habe übrigens nur zwei Stunden für die Schule gearbeitet, denn offiziell muss ich erst nah den Ferien wieder ran. Ich bin jedoch noch nicht durch alle Mails durch. 600 muss ich noch sichten und in Ordner sortieren.

Tag360 Corona?

Gestern haben wir uns zur Vorsicht selber testen lassen. Leichter Husten und körperliche Schlappheit bei allen in der Familie muss ernst genommen werden. Ich glaube zwar noch nicht, dass wir uns irgendwo angesteckt haben, denn wir waren die letzten Wochen sehr kontaktscheu. Aber man weiß ja nie. Zumal wenn wir unsere Mütter (Großmütter) nächste Woche besuchen wollen, wäre es fatal hier nachlässig zu sein.
Mal abwarten, morgen soll das Ergebnis vorliegen.

Statt in die Werkstatt oder zum Einkaufen zu gehen habe ich so Zeit für die Keller-Werkstatt und den Garten. Wäsche waschen, Lampen anbauen, Fenster reparieren, aufräumen und im Internet surfen. Das kann man ein paar Tage auch machen. Aber zwei Wochen Quarantäne würde ich hassen. Nicht einmal genug Klopapier haben wir gehamnstert 😉

Vorgestern wollten Kim und ich eigentlich zum Iron Maiden Konzert nach Bremen. Dieses wurde aber auf nächstes Jahr verschoben. Hoffentlich darf ich dann noch mitkommen. Sollte Kim einen dann Freund haben müsste ich wohl meine Karte abtreten.
Statt dessen haben wir gestern eine Doku von und über Iron Maiden und danach die zweistündige Radioshow auf Radio Bob auf dem Sofa genossen. Und weil wir ganz ordentliche Lautsprecher haben konnten sicher einige Nachbarn auch mit hören.

Obwohl die Zeit zu Hause nun da ist nutze ich sie nicht effektiv zum Suaheli lernen. Zwar schaffe ich es noch immer, fast täglich einige Minuten fleißig zu üben. Aber große Fortschritte mache ich nicht. Ich bin noch zu häufig unsicher bei den einfachsten Vokabeln. Besonders verwirrend ist es, dass einige Vokabeln im google Übersetzer eine andere Bedeutung haben als in meinem Lernprogramm. Ich glaube, ich muss mal mehr mit Venance und Pracseda schreiben, damit ich die richtige Übersetzung lerne. Mehrdeutigkeit ist bei Sprachen ja normal. Aber für mich als Anfänger sehr verstörend.
Es wächst der Plan, im nächsten Jahr kurz nach Tansania zu fahren (fliegen) um dort die Sprache zu festigen. Vielleicht schon in den Frühjahrsferien. Sicherlich kann dann auch schon etwas für die Projektreise 2022 vorbereitet werden.

Und hier am PC wächst der Plan heran, nach dem Taunus ein weiteres Auto zu elektrifizieren. Die alten Wunschautos kommen da wieder vor. Der Trabi Kombis eignet sich, weil billig und technisch sehr einfach gestrickt bei geringem Leergewicht und hoher Zuladung. Die AC Cobra wäre toll, weil man da richtig power einbauen könnte. Vielleicht sogar mit Allrad und zwei Motoren. Und der Ford A Viertürer wäre eine tolle historische Edelkarosse zum relativ günstigen Kurs. Hier gibt es noch viele Teile zu kaufen und die Technik ist sehr simpel. Es reicht wie beim Trabi ein günstiger, kraftloser Motor um ausreichende ökonomische Fahrfreude zu bekommen.
Mal schauen wie das Taunus Projekt voran schreitet und ob ich danach noch Lust habe mich weiter mit Umbauten zu beschäftigen.
Sollte es aber ein Förderprogramm für E-Auto Umbauten geben, wäre dies sicher eine lohnende Idee für viele freie Kfz Werkstätten.

Tag350 Pfingsten

Obwohl ich heute wieder früh aufgewacht bin, konnte ich mich vor sechs nicht überreden, auch auf zu stehen. Ungewöhnlich und eigentlich ein Zeichen dafür, das es mir gesundheitlich nicht so gut geht. Ich fühle mich aber fit.
Vielleicht liegt es daran, das ich gestern zu lange Filme gucken musste. Ich mag das ja nicht mehr und so gibt sich meine filmliebende Familie alle Mühe, auch mir gefallende Videos auszusuchen. Gestern im Autokino sahen wir die Biografie von Udo Lindenberg. Ich fand die sogar ziemlich interessant, wenn ach viel zu lang. Das Leben anderer im Vergleich zum eigenen Leben wird aus meiner Sicht immer interessanter, je älter ich werde. Nun ist es zwar zu spät, daraus etwas für das eigene Leben zu lernen, aber dafür kenne ich die Personen als begleitende Teile meiner eigenen Historie. Lindenberg und Elton John haben sogar viele Parallelen in ihrer Biografie. Schwere Kindheit, Stress mit dem Vater und heftigen Drogenkonsum. Erstaunlich, dass sie dann so erfolgreich werden konnten.
Rocketman“ , die Biografie Verfilmung über Elton hatten wir gestern geschaut. Die Machart fand ich besser und nicht zu langatmig.

Gestern Nachmittag sahen wir die Doku über Iron Maiden und ihr Konzert 1994 in Sarajewo. Unsere Tochter ist Metal und Bruce Dickinson Fan. Auch ich mag Metal mittlerweile ganz gerne hören. Nur nicht zu oft.
Wir schauten die englische Originalfassung „Scream for me, Sarajevo“, bekamen den Inhalt aber trotzdem gut mit. Ein Konzert in Sarajewo zu spielen, in einem Bosnien, während des Krieges mit Serbien. In einer zerschossenen Stadt und mit vielen Toten drum herum. Als Band selber bedroht zu sein, das ist schon verrückt.
Auch nach der Doku kann ich noch nicht begreifen, warum der Organisator und die Band dieses Risiko eingegangen sind. Es grenzt aus meiner Sicht an ein Wunder, dass es nicht zu einer verheerenden Katastrophe führte.
In den drei Jahren der Stadtbelagerung starben mehr als 10.ooo Menschen und über 50.000 sind verwundet worden. Die Dokumentation stellt die ständige Bedrohung, die Zerstörungen und die Gefühle der Einwohner sehr eindrucksvoll dar.

Dieser Film war wichtig. Es war auch wichtig ihn zusammen mit Kim zu schauen, insbesondere weil die Idee von ihr kam. Ich denke, diese Doku wäre auch für den Politik oder Gemeinschaftskunde Unterricht im Gymnasium geeignet, Den Themenbereich Krisen und Krisenbewältigungen könnte ich demnächst am Beispiel des Zusammenbruchs Jugoslawiens behandeln. Von dieser Zeit und den Vorgängen weiß ich kaum etwas, obwohl dies genau die Zeit meines frühen Erwachsenen-Daseins war. Ich lebte in den 1990ern zwischen all den Geflüchteten aus Ex-Jugoslawien, aber die Zusammenhänge vor Ort waren mir damals zu komplex. Der reale Krieg war weit weg. Lediglich die deutsche Beteiligung an Kriegshandlungen habe ich damals sehr kritisch wahrgenommen.
Auch dieser erste Militäreinsatz und die Veränderungen unserer Sicherheitspolitik der Bundesrepublik sind gute Themen im Unterricht.

Und Pfingsten? Heute am Pfingstmontag werde ich wieder einmal herumfragen, wer denn weiß, welchem Ereignis wir diesen freien Tag zu verdanken haben. Es ist immer wieder erstaunlich, dass so viele Feiertage in Deutschland arbeitsfrei sind, obwohl nur noch Wenige die Begründung dafür geben können.
Gestern zumindest kam auf diese Frage meist ein Schulterzucken.

Tag348 Rückschau inhaltlich

Was lief eigentlich gut in diesem Sabbath Jahr und was lief weniger gut? Inhaltlich kann und werde ich mich nur an eigenen persönlichen Eindrücken zu Bewertung orientieren. Externes Feedback gab es zwar, aber nicht so häufig.

In den letzten Wochen nutzte ich meine Zeit vor allem dazu, den alten Ford Taunus zu zerlegen. Auch konnte ich schon die Teile für den -Motor Umbau bestellen und zum Teil in Empfang nehmen. Dieses Projekt schreitet seit Mitte März kontinuierlich voran. Ich muss aber zugeben, dass es lange nicht professionell oder zeitoptimiert läuft. Es ist eher so etwas wie ein Hobby mit dem ich die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll nutze. Allmählich jedoch werde ich ungeduldig und will endlich den Motor einbauen. Zuvor muss aber noch der Rost und die Löcher entfernt werden. Die Achs- und Bremstechnik wird überarbeitet und der Wagen wird konserviert. Das dauert alles zu lange. Ab August, wenn die Schule wieder beginnt werde ich kaum Zeit haben, viel am Auto zu basteln.
Gerade habe ich die nächsten Teile geordert um die Achse zu überholen. Gleich geht es dann zum Sattler um die Sitze beziehen zu lassen.

Die Campingplatz Aufenthalte in MeckPom sind auch weggefallen, weil der Platz bisher noch gesperrt war. Dazu wollte ich eigentlich ein Klapp-E-Bike besorgen oder bauen. Nun hat sich zwischenzeitlich ergeben, ein Touren E-Bike gebraucht aber gut zu kaufen. Damit habe ich viel Spaß und das erste Mal im Leben zufrieden mit einem Fahrrad. Ich hoffe, noch viele Kilometer damit zu fahren.

Simbabwe musste ich aus unterschiedlichen Gründen absagen. Erst gab es familiäre, krankheitsbedingte Gründe. Danach trat die Corona Pandemie mit ihren Reiseeinschränkungen auf. Somit kann ich an der Berufsschule in Harare nicht arbeiten. Eigentlich wollten wir ein Konzept für EDV Einrichtung und Internetauftritt sowie Gerätereparaturen erstellen. Das wäre in einem Land mit neuer Regierung und ohne offizielles international tauschbare Währung schon sehr spannend geworden.

Unsere Familienreise durch Nordamerika wird aller Wahrscheinlichkeit auch nicht stattfinden. Die Einreise in die USA und der Flug dorthin ist für normale Urlauber noch immer unmöglich. Dies ist einerseits bedauerlich, weil es so lange geplant ist, einen letzten großen, langen Familienurlaub zu unternehmen. Hoffentlich empfindet sich Kim nächstes Jahr noch nicht als zu alt um mit uns gemeinsam zu verreisen.

Immerhin hatte die Tansania Tour noch stattfinden können. Zwei Wochen mit der Reisegruppe des Tansania Vereins. Danach zwei Wochen eigene Urlaubs- und Erkundungstour durch den Nordwesten Tansanias. Das war sehr spannend. Es folgt nun mein Versuch, Suaheli so weit zu lernen, dass ich vor Ort auch einmal sprechen und verstehen kann, was um mich herum geschieht. Viele neue Kontakte und einige neue Ideen für Projekte in Tansania lagern auf Vorrat in meinem Kopf. Leider sind die Kontakte derzeit in Tansania irgendwie zur Ruhe gekommen. Es scheint so, dass sich aller vor Ort in ihr Privatleben zurückgezogen haben. Mails und Chats werden lange nicht mehr so effektiv beantwortet wie noch vor einem Monat.

Indonesien und der vierwöchige Unterricht an einer dortigen Berufsschule hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich möchte zwar nicht noch einmal nach Jakarta, weil der Verkehr und die Luftverschmutzung zu grausam sind. Aber die Menschen dort haben mir sehr gut gefallen. Auch das Arbeitsklima war sehr angenehm und die Arbeit aus meiner Sicht erfolgreich.
Schön, dass ich dort auch den interessanten Hans Dieter mit seiner tollen Lebensgeschichte kennen lernen konnte. Die Kontakte bestehen aufgrund ähnlich gelagerter Interessen immer noch.

Nepal war ein Highlight. Zwar nur zum Fliegen per Gleitschirm dort hin gefahren konnte ich doch viel über das Land erfahren. Die Menschen sind den Tansaniern in vielem sehr ähnlich. Im ländlichen Raum wird viel mit alternativen Energieformen und immer stärker mit ökologischem Tourismus gearbeitet. Der Blick auf die 8000er und das Gleiten in die Täler war toll. Ich habe aber auch gemerkt, dass das Gleitschirmfliegen kein Hobby ist, was ich weiter betreiben muss. Ich fange dann lieber etwas neues an und beende dieses Hobby nach vier Jahren. Mittlerweile habe ich dabei viele Eindrücke in den Alpen, im Himalaya Vorgebirge, an den Küsten Dänemarks und an Winden Startplätzen im Flachland sammeln können. Das war sehr schön, aber um weiter zu kommen müsste ich zu viel Zeit darin investieren. Das möchte ich aber nicht.
Was in Nepal noch toll war, das war der Yoga Kurs den wir mit Goma über die ganze Zeit hindurch durchgeführt hatten. Diese tolle kleine Nepalesin ist voller Kraft, Elan und Gelenkigkeit und hat uns Teilnehmer (Kerle) gut motiviert und dabei aufgezeigt, was wir alles noch lernen könnten. Alleine die Tatsache, Yoga in Nepal zu erlernen war schon beeindruckend und inspirierend. Leider führe ich dies hier zu Hause nicht fort.

Was war noch? Ich habe mich auf den Unterricht in Indonesien durch einen Englischkurs vorbereitet. Die zwei Wochen Schul in Oxford möchte ich nicht missen. Neben etwas mehr Englischkenntnissen habe ich auch gut abschalten können. Es war gleich zu Beginn des Sabbats und noch in der Ferienzeit. Dadurch konnte ich schnell Abstand zu meinem alten Schulbetrieb herstellen. Interessante Menschen kurz kennen lernen und keine Verpflichtungen eingehen zu müssen war entspannend.

Und zumindest einen Rhetorik Kurs habe ich auch belegt. Es ging darum, wie man Video Interviews führt oder gibt. Aus politischer Sicht betrachtet wertvoll. Ob ich das Wissen in nächster Zeit einsetzen kann ist aber noch offen. Ich habe das Gefühl, nicht so sehr für Politik geeignet zu sein. Die Fortschritte dort geschehen mir zu langsam. Ich bin oft zu ungeduldig.

Tag344 Erste Rückblende

Das Sabbathjahr geht allmählich zu ende. Es wird Zeit einen Blick zurück zu werfen.

Was hatte ich mir vorgenommen und was wurde verwirklicht? Wodurch wurde der Verlauf beeinflusst? Kann ich dieses Jahr einer Auszeit weiter empfehlen?

Fange ich heute mit der letzten Frage an. Einfach aus dem Bauch formuliert muss ich sagen, dass es das familiäre Leben ganz ordentlich durcheinander bringt, wenn man plötzlich zu hause ist, statt regelmäßig zur Arbeit außer haus zu gehen. Die Familie reagiert eigenwillig. Es kommt das Verlangen auf, mehr zusammen zu machen, ohne zu wissen, was denn eigentlich. Außhäusige Hobbys oder Reisen oder Fortbildungen werden nicht so gerne hingenommen. Nach einiger Zeit gilt es als normal, dass der Vater,einfach verfügbar ist. Und ich selber hatte wenige Augenblicke, in denen ich bemerkt habe, dass ich mehr Zeit für mich hätte.

Zugegeben, die Situation zwischen Juli 2019 und Juli 2020 hat einige, vorher nicht so geplante Begleiterscheinungen. Wir sind im Juni umgezogen in ein neues Haus in Itzehoe, die Kinder wechselten die Schule und meine Frau wurde frühverrentet. Es traten dementsprechend viele Herausforderungen gleichzeitig zutage. Viel Zeit ging mit dem Umzug und der Räumung des alten Resthofes drauf. Der Verkauf zog sich auch noch bis in den Januar 2020 hin. Oft war ich im alten Gebäude um Interessenten herumzuführen, die Wohnungen und Werkstatt zu räumen und die vermieten Monteurswohnungen zu pflegen. Trotz fehlender Lehrtätigkeit stieg die zeitliche Belastung stark an, statt sich zu reduzieren.

Meinen Englisch Kurs in Oxford, die Rhetorik Seminare und der erste Auslandseinsatz in Indonesien waren schon bestätigt. Ich musste also die heimische Umzugs- und Verkaufsaufwände in Zeiten quetschen, die neben den geplanten Sabbath Terminen stattfinden konnten.

Die Familie, insbesondere die Kinder kamen dadurch zu kurz. Ich freute mich, endlich außer Landes zu kommen und den Stress zu vergessen. Frau und Kinder konnten aber nicht fliehen.

Im Frühjahr 2020 zwang mich die Pandemie, den Simbabwe Einsatz abzusagen. Auch die geplante Familienreise im Sommer wird vermutlich wegfallen. So hocken wir alle im neuen Haus zusammen und fühlen und unwohl. Der alte Luxus eines großen Bauernhauses mit viel Platz drum herum und Werkstätten zum Basteln fehlt hier. Man muss sich neu organisieren und den Wald und die Stadtnähe genießen lernen. Ich habe zwar einen Ersatz zur Beschäftigung gefunden, der mal locker mit zum Sabbat geplant war. Die Restauration eines alten Autos und den Umbau zum E-Mobil kann ich nun durchführen. Es tut mir gut, einen Teil des Tages in der Werkstatt zu verbringen und abends körperlich erschöpft nach Hause zu kommen.

Kritisch gesehen tat das Sabbatjahr dem Familienleben nicht unbedingt gut. Ob es an den zusätzlichen Umständen liegt? Ich kann es nicht sagen. Sicherlich wäre es besser gewesen, ein Jahr Auszeit gemeinsam zu starten und etwas zusammen neu zu erleben und lernen. Aber das hätte meine persönlichen Wünsche, alleine Neues zu erfahren nicht erfüllen können.

In drei Jahren will ich ja erneut ins Sabbatjahr gehen. Was werden wir, was werde ich dann daraus machen?

Tag337 von 355

Nachdem die neue Kamera, eine gebraucht erworbene Sony Alpha 58 die ersten Videos gut aufgenommen hatte musste ich die Einschränkungen des eingebauten Mikros kennen lernen. Zu weit weg und mit meiner leisen Stimme kamen die gesprochenen Worte meines letzten (und ersten) unboxing Videos nur schlecht an. Das Video ist eh wenig interessant, denn ich packte ja bloß die Elektroteile des E-Autos aus und verschaffte mir einen ersten Überblick. Wenn die Teile verbaut werden, dann wird es wichtiger, dies zu dokumentieren. Erstens für den TÜV und zweitens für die Werbung, falls Lars später weitere Autos elektrifizieren möchte.

Um es besser werden zu lassen, zumindest mit der Audioaufnahme, habe ich ein Richtmikro für die Kamera bestellt. Kein teures, aber mit Windschutz. Heute kam es an und funktioniert sogar einigermaßen gut.
Jetzt brauche ich nur den nächsten Anlass für Aufnahmen. Vielleicht führe ich ja mal einige Interviews. Das könnte auch Spaß machen.

Ob wohl die Bürgermeister*innen bei der nächsten ÖPNV Zweckverbandssitzung Fragen vor laufender Kamera beantworten würden? Ich glaube, das würde ein Reinfall werden, denn meine Fragen wären zu kritisch.
Zum Beispiel: “ Wie begründen Sie Ihre Ablehnung eines besseren Busverkehrs den Steinburger Mitbürgern, die nicht in Ihrer Gemeinde wohnen?“

Oder: „Wann haben Sie und Ihre Familie die letzten fünf Bus Fahrten im Kreis Steinburg genutzt?“

 

Tag334 at home

Irgendwie ist es mittlerweile normal, einfach zu Hause zu sein. Das Leben im Sabbat hat sich durch die Reisebeschränkungen stark geändert. Keine Reisen, keine Fortbildungen, nur noch zu Hause bleiben kann anstrengend werden.

Immerhin konnte ich noch rechtzeitig eine Werkstatt anmieten und das Alternativprojekt E-Auto beginnen. So komme ich wenigstens an die staubige Luft.
Es ist auch schön zu erleben, dass die Restauration ganz gut vorn kommt. Meine handwerklichen Fähigkeiten kommen allmählich wieder zum Vorschein.
Heute habe ich auch die Elektronik schon einmal begutachtet, die mir vor zwei Tagen inklusive E-Motor zugestellt wurde.

Hier zu Hause probiere ich nebenbei einige weitere „Unterrichtsmethoden“ aus. Heute musste wieder einmal ein Video erstellt werden. Es ist ein netter Spielkram ohne tieferen Wert.

Ach ja, mit dem Erlernen von Suaheli und auch dem Aufsatz über die Tansania Reisen und Erlebnisse geht es auch langsam voran. Die freie Zeit lässt sich nutzen.

Tag326 wie in Pension

An der Frequenz des Sabbat Blog ist zu erkennen, das nichts Besonderes mehr passiert. Als wenn ich in Pension wäre gehe ich nicht zur Arbeit. Das einzige, aktiv laufende Projekt ist das E-Auto, welches allmählich entsteht. Gestern kamen die ersten elektronischen Komponenten, das Batteriemanagement und einige Adapter per Post. Zeitaufwändig ist und bleibt dabei die Restauration des Oldis.
Zu Hause will ich endlich meine Familie und mich wieder zu einer gesünderen Ernährung bewegen. Wir kaufen zwar fast nur noch biologisch und regional ein, aber das Körpergewicht steigt wöchentlich erheblich an. Zu viel zu Hause zu sein bedeutet auch, immerzu zu essen.

Politisch sind einige Themen für die „Nachcorona“ eit auf meiner Agenda. Da ist der Traum eines kostenfreien Busverkehrs im Kreis. Hier spielen aber zu wenige andere Beteiligte mit, da es ihnen zu teuer erscheint.
Mehr Chancen hat die lange gepflegte und vorbereitete Idee des Regionalgelds. Im Rahmen der Coronafolgen Bearbeitung eignet sich ein lokales Geldsystem durchaus für sozial gerechte Wirtschaftsförderung. Und danach ist es weiterhin ein Treiber lokaler Wirtschaftskreisläufe. Ein oft unterschätztes Mittel für direkte ökologische Verbesserungen, vor allem im Transportsektor. Wirtschaftlich bedeutet es auch eine Chance, die regionalen, lokal ausgerichteten Unternehmen zu stärken. Es können sogar neue Dienste, wie Lieferdienste per Fahrrad entstehen.
Und auch unsere Idee der Wohnungsgenossenschaft mit integrierter Energieversorgung als generationenübergreifende Quartierlösung ist weiter in Vorbereitung. Das heißt, wir planen und informieren uns. Die Werbung um Mitstreiter muss jetzt folgen. Auch müssen Gemeinden oder Städte gefunden werden, die solch eine Idee auch umsetzen wollen. Ich bin mir nicht so sicher, ob dies in Itzehoe derzeit denkbar ist. Gefühlt schielen die Stadträte hier immer noch eher nach EFH Baugebieten um „reiche“ Hamburg Pendler anzulocken. Ein Fehler wie mir scheint.

Nebenbei ist übrigens die Unterstützung der jüngeren Kinder im homeschooling ziemlich anstrengend und zeitaufwändig. Ich kann mir kaum vorstellen wie Familien dies schaffen, wenn beide Eltern parallel dazu auch voll arbeiten müssen. Da ist die Sabbat Zeit wirklich hilfreich.