Tag12 danach

Ein Jahr ist schnell um. Die Schreibtischarbeit macht aber auch Spaß. Ich nehme mir allerdings nur wenig Zeit für die Arbeit am Unterricht ab August.
Termine planen, Unterricht strukturieren und in die richtigen, wichtigen neuen Mail-Vereilerlisten der drei unterschiedlichen Abteilungen im rbz eingetragen zu werden ist wichtig.

In der letzten Ferienwoche finden einige Schulungen zum Umgang mit dem neu aufgesetzten moodle Server statt. Grundlegend kenne ich moodle, da ich in den letzten Jahren viel damit gearbeitet hatte. Aber die Änderungen und die live Video Unterrichte über das integrierte jitsy Modul kenne ich nur am Rande. Ich werde also zu den Schulungen und dem anschließenden Erfahrungsaustausch gehen.

Wie viele meiner Schüler ich überzeugt bekomme, diese Plattform zu nutzen bleibt fraglich.

Besondere Freude bereitet mir zugegebener Maßen die Vorbereitung des neuen WiPo Unterrichts. Mit leistungsschwächeren Heranwachsenden die Lebesbedingungen in Deutschland und der Welt zu erkunden ist eine spannende Hrausforderung.
Ich bin überzeugt, dass WiPo eines der wichtigen Unterrichtsfächer darstellt. Zumindest wenn man es als „Verbraucher*innen Bildung“ oder „Bürger*innen Bildung“ betrachtet. Es ändert sich so viel, sobald man erwachsen wird. Viele Dinge, die vorher von Eltern oder Erziehern erledigt wurden muss man plötzlich selber tun. Mit vorhandenem Einkommen auszukommen ist eine weitere große Aufgabe.
Daneben habe ich den Anspruch, dass die Schüler*innen nicht nur ihre Rechte im Sozialsystem kennen. Sie sollen auch die Funktionsweise beschreiben können.
Ganz wichtig ist es mir, dass sie erkennen, wie uns wo sie sich politisch beteiligen können. Sie sollen in der Lage sein, die eigene Umwelt persönlich mit gestalten zu können. Sie sollen Politik als Chance sehen und sich nicht „denen da oben“ ausgeliefert fühlen.

Ein hohes Ziel, ich weiß. Aber ich habe auch schon zwei ehemalige Schüler in politischer Verantwortung in unserem Kreis wiedersehen dürfen. Leider in einer aus meiner Sicht falschen Partei, aber immerhin aktiv.

Tag9 danach

Heute rief mein Betreuer beim SES Bonn an und wollte mit mir über eitere Projekte sprechen. Scheinbar ist der SES derzeit in Erklärungsnot, was sie denn mit den öffentliche Geldern und dem Stiftungskapital tun. Alle Auslandsprojekte sind schließlich aufgrund der Pandemie eingestellt.

Tags zuvor hatte ich Kontakt mit Claudia in Tansania. Sie ist freie Mitarbeiterin als Beraterin für SES Einsätze in Tansania, Uganda und Kenia. Auch sie hatte plötzlich mehr Interesse an den im Februar besprochenen Ideen für zwei Einsätze in Mrimbo.
Damals war sie noch sehr zurückhaltend. Nun scheint die Neuaquise wichtiger zu werden.

Es ist aber auch ein ungewohntes Problem wenn man Geld nicht ausgeben kann. Eine Stiftung verliert schnell ihren Status der Steuerfreiheit, wenn das Gels nicht Satzungsgemäß ausgegeben werden kann.

Ein ähnliches Problem hatten wir die letzten Jahre auch mit unserer lokalen Förderstiftung. Dann haben wir angefangen zu werben, dass sich Jugend- und Hilfsorganisation bei uns bewerben können. Und schon schlug die Herausforderung um. Für 2020 gab es mehr Anträge als angenommen werden konnten.

Für den SES werde ich die nächsten Jahre nicht tätig werden. Im Inland als Betreuer von Jugendlichen in Ausbildung möchte ich nicht aktiv sein. Hier genügt mir der Aufwand, den ich als Berufsschullehrer selber in meiner Schule treibe.
Wenn ich mich nachmittags um Probleme von Kindern und Jugendlichen kümmere, dann um die meiner Kinder und vielleicht um die Fragen deren Freund*innen.

Aktuell durchlebe ich zu Hause die Fortbildung „Umgang mit Adoleszenz“ am lebenden Beispiel.
Anstrengend aber interessant. Ich bin sehr gespannt auf die neue Persönlichkeit, die sich da derzeit entwickelt. Ich muss nur aufpassen, dass ich kein Magengeschwür bekomme, bis der Verwandlungsprozess vom Mädchen zur Frau abgeschlossen ist.

Zur Entspannung und im Gewissen Maße der Meditation, gehe ich noch immer gerne ich die Werkstatt. Dort ist täglich zu sehen, wie das Projekt weiter voran kommt. Heute wird ein weiteres Teil wieder eingebaut.
Die Hoffnung, bis zum Ende der Ferien mit den aufwändigsten Arbeiten fertig zu sein, besteht weiter.

Tag2 danach

Das Jahr der Freiheit ist vorbei, jetzt folgen die Sommerferien.

Ich nutze die Zeit um unter anderem das neue Grundsatzprogramm Bündnis 90/Die Grünen zu studieren. Es ist nicht zu lang und durchaus interessant. Die Partei öffnet sich breiteren Bevölkerungsschichten und traut sich dabei, es sich mit extremen Ideologen zu verscherzen.

Beispiel Gentechnik. Hier gibt es gefühlt eine neue Offenheit, diese weitgehend zulassen zu wollen. Lediglich die Manipulation am ungeborenen menschlichen Leben wird weiterhin konsequent abgelehnt. Veränderungen an anderen Lebewesen wird allerdings denkbar.
Schön, dass dabei die Patente auf Lebewesen nicht möglich sein sollen. Auch sollen alle gentechnischen „Rezepte“ in einer Open Source Lizenz der allgemeinen Nutzung zufallen.
Natürlich kann dies vorerst nur für die Forschung innerhalb Deutschlands vorgegeben werden. Europa wäre ein zweiter Schritt für diese Regeln.
Wenn Lebewesen verändert werden, dann wäre es mir wichtig, dass die „Originale“, die unveränderten Lebensformen zwingend erhalten bleiben müssen. Ansonsten haben wir bald eine Vielzahl von Nachahmer-Lebewesen (Pflanzen, Tiere, Bakterien) ohne im Zweifel auf die Ursprungs-Version zurückgreifen zu können.

Und sonst so? Der Ferien-Alltag stellt sich ein. Ein wenig basteln in der Garage. Diskutieren mit den Kindern. Unterricht planen und Termine koordinieren. Büroarbeit aufarbeiten. Politisch aktiv werden, weil gerade Sommerpause ist.

Tag366 Das Jahr ist um

Heute habe ich gearbeitet, ja für die Schule. Auch wenn der Unterricht erst wieder am 9.8.2020 los geht.
Mein Abteilungsleiter hat meinen Wünschen gemäß meine Einsatzbereiche für die Zukunft verändert. Außerdem konnte ich schon die ungefähren Einsatzbereiche erfahren. Wie ich es wollte werde ich mich vornehmlich um Schüler*innen kümmern, die es nicht leicht hatten und haben. Bis zum 18en Lebensjahr besteht ja die Schulpflicht. Einige schaffen es aber nicht in der eigentlichen Schulzeit einen Abschluss zu erreichen. Wenn sie dann auch keinen Ausbildungsplatz bekommen, dann kommen sie zu uns in die Berufsschule. Manchmal brauchen die jungen Menschen einfach nur ein Jahr mehr Zeit. Meistens besteht die Chance, ihnen Schule auch als anders zu vermitteln, als sie es bis dato kennen lernten. Mit Spaß am Lernen kommt man weiter als mit der Pflicht, anwesend zu sein und regelmäßig zu scheitern.

Vermutlich werde ich mich auch wieder um Klassen mit geflüchteten Jugendlichen kümmern. Das bringt eigentlich immer Spaß, denn hier geht es um Spracherwerb und Orientierung in der neuen Gesellschaft. Ich lerne dort immer sehr viel von meinen Schüler*innen. Andere Länder und Lebenswelten haben mich schon immer fasziniert.
Zusätzlich sind die meisten dieser Schüler absolut am Lernen interessiert. Dafür ist die Homogenität in den Klassen absolut nicht gegeben. Vom Analphabeten bis zum Studenten finden sich alle Bildungs-Historien.

Und einige Stunden gebe ich auch wieder in der klassischen Elektrotechnik. Dadurch bleibe ich am Thema der beruflichen Ausbildung beteiligt. Ein Wechsel nach Bedarf bleibt also für die Zukunft offen.

Ich habe übrigens nur zwei Stunden für die Schule gearbeitet, denn offiziell muss ich erst nah den Ferien wieder ran. Ich bin jedoch noch nicht durch alle Mails durch. 600 muss ich noch sichten und in Ordner sortieren.

Tag350 Pfingsten

Obwohl ich heute wieder früh aufgewacht bin, konnte ich mich vor sechs nicht überreden, auch auf zu stehen. Ungewöhnlich und eigentlich ein Zeichen dafür, das es mir gesundheitlich nicht so gut geht. Ich fühle mich aber fit.
Vielleicht liegt es daran, das ich gestern zu lange Filme gucken musste. Ich mag das ja nicht mehr und so gibt sich meine filmliebende Familie alle Mühe, auch mir gefallende Videos auszusuchen. Gestern im Autokino sahen wir die Biografie von Udo Lindenberg. Ich fand die sogar ziemlich interessant, wenn ach viel zu lang. Das Leben anderer im Vergleich zum eigenen Leben wird aus meiner Sicht immer interessanter, je älter ich werde. Nun ist es zwar zu spät, daraus etwas für das eigene Leben zu lernen, aber dafür kenne ich die Personen als begleitende Teile meiner eigenen Historie. Lindenberg und Elton John haben sogar viele Parallelen in ihrer Biografie. Schwere Kindheit, Stress mit dem Vater und heftigen Drogenkonsum. Erstaunlich, dass sie dann so erfolgreich werden konnten.
Rocketman“ , die Biografie Verfilmung über Elton hatten wir gestern geschaut. Die Machart fand ich besser und nicht zu langatmig.

Gestern Nachmittag sahen wir die Doku über Iron Maiden und ihr Konzert 1994 in Sarajewo. Unsere Tochter ist Metal und Bruce Dickinson Fan. Auch ich mag Metal mittlerweile ganz gerne hören. Nur nicht zu oft.
Wir schauten die englische Originalfassung „Scream for me, Sarajevo“, bekamen den Inhalt aber trotzdem gut mit. Ein Konzert in Sarajewo zu spielen, in einem Bosnien, während des Krieges mit Serbien. In einer zerschossenen Stadt und mit vielen Toten drum herum. Als Band selber bedroht zu sein, das ist schon verrückt.
Auch nach der Doku kann ich noch nicht begreifen, warum der Organisator und die Band dieses Risiko eingegangen sind. Es grenzt aus meiner Sicht an ein Wunder, dass es nicht zu einer verheerenden Katastrophe führte.
In den drei Jahren der Stadtbelagerung starben mehr als 10.ooo Menschen und über 50.000 sind verwundet worden. Die Dokumentation stellt die ständige Bedrohung, die Zerstörungen und die Gefühle der Einwohner sehr eindrucksvoll dar.

Dieser Film war wichtig. Es war auch wichtig ihn zusammen mit Kim zu schauen, insbesondere weil die Idee von ihr kam. Ich denke, diese Doku wäre auch für den Politik oder Gemeinschaftskunde Unterricht im Gymnasium geeignet, Den Themenbereich Krisen und Krisenbewältigungen könnte ich demnächst am Beispiel des Zusammenbruchs Jugoslawiens behandeln. Von dieser Zeit und den Vorgängen weiß ich kaum etwas, obwohl dies genau die Zeit meines frühen Erwachsenen-Daseins war. Ich lebte in den 1990ern zwischen all den Geflüchteten aus Ex-Jugoslawien, aber die Zusammenhänge vor Ort waren mir damals zu komplex. Der reale Krieg war weit weg. Lediglich die deutsche Beteiligung an Kriegshandlungen habe ich damals sehr kritisch wahrgenommen.
Auch dieser erste Militäreinsatz und die Veränderungen unserer Sicherheitspolitik der Bundesrepublik sind gute Themen im Unterricht.

Und Pfingsten? Heute am Pfingstmontag werde ich wieder einmal herumfragen, wer denn weiß, welchem Ereignis wir diesen freien Tag zu verdanken haben. Es ist immer wieder erstaunlich, dass so viele Feiertage in Deutschland arbeitsfrei sind, obwohl nur noch Wenige die Begründung dafür geben können.
Gestern zumindest kam auf diese Frage meist ein Schulterzucken.

Tag348 Rückschau inhaltlich

Was lief eigentlich gut in diesem Sabbath Jahr und was lief weniger gut? Inhaltlich kann und werde ich mich nur an eigenen persönlichen Eindrücken zu Bewertung orientieren. Externes Feedback gab es zwar, aber nicht so häufig.

In den letzten Wochen nutzte ich meine Zeit vor allem dazu, den alten Ford Taunus zu zerlegen. Auch konnte ich schon die Teile für den -Motor Umbau bestellen und zum Teil in Empfang nehmen. Dieses Projekt schreitet seit Mitte März kontinuierlich voran. Ich muss aber zugeben, dass es lange nicht professionell oder zeitoptimiert läuft. Es ist eher so etwas wie ein Hobby mit dem ich die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll nutze. Allmählich jedoch werde ich ungeduldig und will endlich den Motor einbauen. Zuvor muss aber noch der Rost und die Löcher entfernt werden. Die Achs- und Bremstechnik wird überarbeitet und der Wagen wird konserviert. Das dauert alles zu lange. Ab August, wenn die Schule wieder beginnt werde ich kaum Zeit haben, viel am Auto zu basteln.
Gerade habe ich die nächsten Teile geordert um die Achse zu überholen. Gleich geht es dann zum Sattler um die Sitze beziehen zu lassen.

Die Campingplatz Aufenthalte in MeckPom sind auch weggefallen, weil der Platz bisher noch gesperrt war. Dazu wollte ich eigentlich ein Klapp-E-Bike besorgen oder bauen. Nun hat sich zwischenzeitlich ergeben, ein Touren E-Bike gebraucht aber gut zu kaufen. Damit habe ich viel Spaß und das erste Mal im Leben zufrieden mit einem Fahrrad. Ich hoffe, noch viele Kilometer damit zu fahren.

Simbabwe musste ich aus unterschiedlichen Gründen absagen. Erst gab es familiäre, krankheitsbedingte Gründe. Danach trat die Corona Pandemie mit ihren Reiseeinschränkungen auf. Somit kann ich an der Berufsschule in Harare nicht arbeiten. Eigentlich wollten wir ein Konzept für EDV Einrichtung und Internetauftritt sowie Gerätereparaturen erstellen. Das wäre in einem Land mit neuer Regierung und ohne offizielles international tauschbare Währung schon sehr spannend geworden.

Unsere Familienreise durch Nordamerika wird aller Wahrscheinlichkeit auch nicht stattfinden. Die Einreise in die USA und der Flug dorthin ist für normale Urlauber noch immer unmöglich. Dies ist einerseits bedauerlich, weil es so lange geplant ist, einen letzten großen, langen Familienurlaub zu unternehmen. Hoffentlich empfindet sich Kim nächstes Jahr noch nicht als zu alt um mit uns gemeinsam zu verreisen.

Immerhin hatte die Tansania Tour noch stattfinden können. Zwei Wochen mit der Reisegruppe des Tansania Vereins. Danach zwei Wochen eigene Urlaubs- und Erkundungstour durch den Nordwesten Tansanias. Das war sehr spannend. Es folgt nun mein Versuch, Suaheli so weit zu lernen, dass ich vor Ort auch einmal sprechen und verstehen kann, was um mich herum geschieht. Viele neue Kontakte und einige neue Ideen für Projekte in Tansania lagern auf Vorrat in meinem Kopf. Leider sind die Kontakte derzeit in Tansania irgendwie zur Ruhe gekommen. Es scheint so, dass sich aller vor Ort in ihr Privatleben zurückgezogen haben. Mails und Chats werden lange nicht mehr so effektiv beantwortet wie noch vor einem Monat.

Indonesien und der vierwöchige Unterricht an einer dortigen Berufsschule hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich möchte zwar nicht noch einmal nach Jakarta, weil der Verkehr und die Luftverschmutzung zu grausam sind. Aber die Menschen dort haben mir sehr gut gefallen. Auch das Arbeitsklima war sehr angenehm und die Arbeit aus meiner Sicht erfolgreich.
Schön, dass ich dort auch den interessanten Hans Dieter mit seiner tollen Lebensgeschichte kennen lernen konnte. Die Kontakte bestehen aufgrund ähnlich gelagerter Interessen immer noch.

Nepal war ein Highlight. Zwar nur zum Fliegen per Gleitschirm dort hin gefahren konnte ich doch viel über das Land erfahren. Die Menschen sind den Tansaniern in vielem sehr ähnlich. Im ländlichen Raum wird viel mit alternativen Energieformen und immer stärker mit ökologischem Tourismus gearbeitet. Der Blick auf die 8000er und das Gleiten in die Täler war toll. Ich habe aber auch gemerkt, dass das Gleitschirmfliegen kein Hobby ist, was ich weiter betreiben muss. Ich fange dann lieber etwas neues an und beende dieses Hobby nach vier Jahren. Mittlerweile habe ich dabei viele Eindrücke in den Alpen, im Himalaya Vorgebirge, an den Küsten Dänemarks und an Winden Startplätzen im Flachland sammeln können. Das war sehr schön, aber um weiter zu kommen müsste ich zu viel Zeit darin investieren. Das möchte ich aber nicht.
Was in Nepal noch toll war, das war der Yoga Kurs den wir mit Goma über die ganze Zeit hindurch durchgeführt hatten. Diese tolle kleine Nepalesin ist voller Kraft, Elan und Gelenkigkeit und hat uns Teilnehmer (Kerle) gut motiviert und dabei aufgezeigt, was wir alles noch lernen könnten. Alleine die Tatsache, Yoga in Nepal zu erlernen war schon beeindruckend und inspirierend. Leider führe ich dies hier zu Hause nicht fort.

Was war noch? Ich habe mich auf den Unterricht in Indonesien durch einen Englischkurs vorbereitet. Die zwei Wochen Schul in Oxford möchte ich nicht missen. Neben etwas mehr Englischkenntnissen habe ich auch gut abschalten können. Es war gleich zu Beginn des Sabbats und noch in der Ferienzeit. Dadurch konnte ich schnell Abstand zu meinem alten Schulbetrieb herstellen. Interessante Menschen kurz kennen lernen und keine Verpflichtungen eingehen zu müssen war entspannend.

Und zumindest einen Rhetorik Kurs habe ich auch belegt. Es ging darum, wie man Video Interviews führt oder gibt. Aus politischer Sicht betrachtet wertvoll. Ob ich das Wissen in nächster Zeit einsetzen kann ist aber noch offen. Ich habe das Gefühl, nicht so sehr für Politik geeignet zu sein. Die Fortschritte dort geschehen mir zu langsam. Ich bin oft zu ungeduldig.

Tag304 Ziele?

Welche Ziele haben Sie?
Welches Ziel hast Du?

Kenne ich eigentlich mein Ziel?
Gibt es immer nur ein Ziel?

Ich bin der Meinung, dass wir immer viele Ziele im Kopf haben, das könnte man auch „Wünsche“ nennen. Welche wir davon auch erreichen hängt wesentlich von uns selber ab.

Manager*innen lernen, genau so wie Lehrer*innen, dass ein Ziel klar formuliert sein muss. Es muss erreichbar sein und eine Herausforderung beinhalten.
Die Zielerreichung muss danach kontrolliert werden und bewertbar sein.
Zusammen mit einem Zeitmanagement können auch diverse Wünsche zu Zielen gemacht werden. Man muss sich dann zusätzlich einen Zeitpunkt für die Zielerreichung setzen.
Hilfreich ist dann, sich zeitliche Zwischenziele zu setzen.

Eigentlich ganz einfach. Aber ich kenne viele Menschen, die es trotzdem nicht schaffen, ihre Wünsche zu realisieren.

Mein Problem ist es manches Mal, das Ziel zu kennen. Es zu identifizieren und zu formulieren fällt oft schwer.

 

Tag293 basteln, lesen, lernen

Gestern endlich erfolgreich zusammen mit einer der Töchter gebastelt. Aus einem Stück Brennholz ein halbes Osterei geschnitzt und ausgehöhlt. Sie arbeitete und ich wies in die Werkzeuge ein. Das sah danach richtig gut aus.
Heute habe ich mir schon früh Morgens ein anderes Stück Holz Nestbaugeholt und mir auch den Spaß gemacht eine Schale zu schnitzen. Nicht als Ei, aber ein kleiner Hase kann darin sitzen. Holzarbeiten machen immer noch Spaß, man muss sich nur die Zeit dafür auch nehmen.Holznest
Außerdem gestern endlich die Halterung an einer Stahltür wieder angeschweißt. Das lag jetzt auch schon sehr lange herum, weil ich die Schweiß-Elektroden nicht finden konnte.

Heute dann beim Roboterbau unterstützt. Es ist schon doof, wenn in einem Solar Roboter Lernset der Antriebsmotor kaputt ist. Ich konnte ihn leider nicht reparieren, habe aber aus einem anderen ähnlichen Set einen identischen Motor entnehmen können. Leider ist die Robo Planung nicht aufgegangen. Gehofft hatten wir, dass mindestens eine der Töchter mit bastelt. Nun sitzt die Frau alleine davor und kommt langsam voran.

Was war noch? Ach ja, Hörbücher hören, Autoteile ordern, BUND Zeitschrift lesen, Simpleshow überarbeiten, Waldspaziergang, mit Marcus über Tansania quatschen.
Allmählich fühlt es sich hier zu Hause wie Urlaub an.

Neue, technische und politische Ideen kommen auch allmählich wieder zum Vorschein.
Als ein altes Ziel habe ich die Idee der Lebensmittelkennzeichnung wieder nach oben geholt. Statt Bio Produkte auszuzeichnen strebe ich an, dass die anderen Produkte als „chemisch verändert“ oder „genetisch manipuliert“ oder Mit Pestiziden behandelt“ oder „enthält Antibiotika“ beschriftet werden müssen. Wenn daneben dann die „normal“ gewachsenen Möhren liegen dürfte die Wahl der Kundschaft leicht fallen.

Tag280 Freitag vor den Ferien

Seit zwei Wochen sind die Kinder zu Hause, weil die Schule geschlossen ist.
Morgen beginnen drei Wochen „Osterferien“ und die Kleine freut sich, endlich keine Home-School mehr machen zu müssen. Sie geht sogar Zelten im Garten, dort ist sie mit Handy und Tablett und TikTok wenigstens ungestört.
Mal sehen, wie lange sie es trotz gutem Schlafsack und Isomatte im Zelt aushält. Es könnte Bodenfrost geben.
Mein Tag war ganz schön, denn ich konnte in der warmen Sone meinen Ford zerlegen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell das ging. Alle Fenster sind raus und die Inneneinrichtung auch fast komplett. Montag geht es an die Armaturen und den Motor. Danach sollten auch bald die Bleche ankommen.

Zum Spazierengehen kam ich heute nicht, aber immerhin habe ich eine Kollage der Safari Fotos der letzten Tage erstellt. Nicht nur in Afrika gibt es wildlife 😉20200327_073229-COLLAGE

Ein gemütliches Grillen am Nachmittag, eine lange Videokonferenz mit einer guten Freundin und eine Folge Tatortreiniger (NDR Fernsehen) rundeten den Tag ab.
Allerdings konnte ich mich nicht dazu überreden weiter im Fernsehzimmer zu bleiben, weil wieder eine show mit Musik und Comedy Stars läuft. Ich kann das einfach nicht mehr leiden. Da verbringe ich die Zeit lieber am PC im Keller und schreibe oder lerne.

Für nächsten Mittwoch, unserem ersten Grünen Netzwerktreffen per Online Video Konferenz, muss ich eh noch einiges vorbereiten. Nämlich die Regeln für das Krisenmanagement in den Kommunen bezüglich Eilentscheidungen und Ausschuss- oder Kreistags-Sitzungen zusammenfassen.

Tag278 Freizeit genießen

Es ist anfänglich ein Gefühl von Ungerechtigkeit, wenn die Kolleg*innen auch Frei haben, ohne im Sabbatjahr zu sein. Aber allmählich akzeptiere ich es. Ich genieße die freie Zeit um so mehr und liege oft auf der sonnenbeschienenen Terrasse um zu lesen oder Bücher zu hören. Nebenbei etwas Nachrichten des DLF oder NDR Info anhören, dann reicht es auch mit der Information.
Zu Hause zwinge ich unsere Jüngste des Öfteren zu ihren Hausaufgaben. Gerade sitzt sie neben mir und bearbeitet eine Buchbesprechung. Ist es unfair, dass Mama und Schwester noch im Bett liegen dürfen? Nein, es ist sogar hilfreich, denn dann sind die Störungen geringer.
Die politische Arbeit läuft auch wieder an. Wir Kommunalpolitiker begehren allmählich auf, dass wir in die Abläufe nicht mehr eingebunden sind. Einige Bürgermeister*innen nutzen die Gelegenheit um selber politische Tatsachen zu schaffen (Eilentscheidungen). Und unsere Gremien werden ausgebremst. Zuerst mit dem Versammlungsverbot, welches aber nicht für kommunale Selbstverwaltungen gilt. Jetzt mit der Begründung, dass die Öffentlichkeit nicht beteiligt wäre, wenn wir uns abgeschottet treffen. Hierzu sollte man bedenken, dass sowieso nur selten Bürger*innen in den Ausschüssen sitzen und zuhören. Die Presse kann ja weiter berichten und Sitzungen lassen sich auch online übertragen.
Online Sitzungen kommen allmählich in Mode. Viele vorher kritische Menschen, Arbeiter*innen, Politiker*innen … nutzen plötzlich skype, zoom und Co. Und plötzlich geht das auch.
Verwunderlich, denn schon vor 15 Jahren, als ich noch für die Telekom arbeitete, hatten wir diese Systeme angeboten. Aber nur wenige Kunden gefunden, obwohl sie technisch gut funktionierten.
Ich habe Hoffnung, dass die Krise die Nutzung von online Kommunikationen steigert. Dann können Schulen auch mehr gemeinsam arbeiten (Schulübergreifend). Lehrer*innen können Unterlagen so aufbereiten, das Kolleg*innen auch damit arbeiten können. Viele Geschäftsreisen können wegfallen, wodurch kräftig CO2 eingespart würde. Und Familien können sich kurz besuchen ohne zu lange bei den Verwandten bleiben zu müssen (die Fahrerei lohnt sich sonst ja nicht wenn man nach einer Stunde wieder geht).

Ich werde heute ein Zimmer renovieren (lassen), denn Lisa wünscht sich lavendelfarbene Wände. Farbe, Rolle und Pinsel sind da. Zeit haben wir auch und sie braucht dringend Bewegung. Online spielen schafft halt keine Muskeln und Ausdauer 😉