Tag264 Ich und Corona in Deutschland

Nein, ich bin nicht infiziert. Aber Deutschland scheint es zu sein. Am Hamburger Flughafen wurde ich nicht kontrolliert, ob in der Durchgangsschleuse ein Temperatur-scan durchgeführt wurde, weiß ich nicht. Aber als Ankommender aus Dubai hätte ich mehr Interesse der Behörden erwartet.
Dafür ist die Informationslage in Deutschland verworren. Beruhigen und Warnern neben der Absage von Großveranstaltungen und Verordnungen gegen das Besuchen von Schulen und Kindergärten gleichzeitig. Was soll ich davon halten? Im Moment finde ich die Aufmerksamkeit, die man diesem Virus widmet übertrieben. Die klassische Grippe ist in Deutschland fast unbeachtet, obwohl daran jährlich mehr als 20000 Menschen sterben. Was würde passieren, wenn wir über jeden an Grippe erkrankten Deutschen ausführlich berichten würden?

Zu Hause bei der Familie läuft alles wieder wie erwartet. An meinen Erlebnissen ist man nur gering interessiert, dafür stehen die persönlichen Belange der Kinder im Mittelpunkt. Da gibt es viele Dinge die unbedingt gekauft werden sollen. Es gibt viele Gründe nicht zur Schule gehen zu müssen und verstehen tun wir die Kleine auch nicht.
Pubertät in voller Pracht.

Leider geraten so auch viele Erinnerungen und Pläne aus der Zeit in Tansania zu schnell in Vergessenheit. Zumindest habe ich mir heute in der Bücherei zwei Suaheli Bücher zum Lernen der Sprache bestellt. Ich hoffe, mir Zeit zu nehmen diese Sprache zumindest etwas weiter zu erlernen. Vermutlich werde ich noch öfter dort hin reisen.

Im NDR läuft gerade „Expedition ins Tierreich“ zum Thema Afrika. Eine schöne Erinnerung.
Auch ich hatte schon Zeit, einige Filme und Videos der letzten Wochen zu sichten, zu sortieren und  zusammenzustellen. Nur habe ich noch keine Texte dazu verfasst.

Gerade erreicht mich die Mitteilung, dass unsere geplante Veranstaltung zur Präsentation der Reiseergebnissefür unsere Spender und die Familien der mitreisenden Schüler*innen wegen der Corona Epidemie abgesagt werden musste. Schade, denn die Eindrücke der Reise nehmen täglich ab. Eine spätere Veranstaltung wird dadurch nicht eindrucksvoller werden. Aber was kann man machen?

Tag255 Regenzeit in Tansania

Von März bis Juni soll hier nach typisch langer Trockenperiode die Regenzeit beginnen. Im Januar und Februar war es dieses Mal allerdings nicht sehr trocken. Weite Landstriche sind grün und die Bauern freuen sich über gute Erträge. Als Besucher und Lehrer ist es aber bedrückend, denn den Schülerinnen der Projektreise könnte die typische Hitze hier nicht gewahr werden. Außerdem kommen die Wachstumsperioden und auch die Migration der Wildtiere durcheinander.

Dafür begann gestern die Regenzeit mit viel andauernden Nachtregen, der bis in den späten Vormittag anhielt. Und auch diese Nacht war sehr nass. Wir haben darum wieder einmal unsere Pläne geändert und haben einen Arusha Tag mehr eingelegt. Zeit für eine di. Innocent, der Koch von Venance hat uns begleitet. Man hat hier immer Angst um unsere Sicherheit. Als Gastgeber kann ich das nachempfinden aber als erfahrenererer Reisender erscheint mir die Angst hier etwas übertrieben zu sein.

Wir sahen den Großmarkt, kleine Geschäfte, Spezialläden für Solaranlagen und Elektronik. Zum Mittagessen dann auf einem Masaai Ziegen- und Schafmarkt. Hier wird viel Ziege und Schaf gegrillt. Ich wusste bis dato nicht, dass Ziegenleber so lecker ist. Wir waren lange dort und genossen das Essen, das Marktleben und die Zeit. Im Matsch bei angenehmer Sonnenbestrahlung ging es durch die Reihen der Marktbetreiber. Und meinen neuen Rasenmäher habe ich auch gleich noch gekauft.

Zurück zu hause bereiteten wir das Geld vor, was durch die Millionenbeträge eine aufwändige Zählerei ist. Dann lecker abendessen und SkipBo spielen.

Eine Magenverstimmung und die Anstrengung des SchwimmensSam Vortag machten mich sehr müde und ich konnte gut un lange schlafen.

 

Tag253 freiwillig arbeiten?

So genannte Volunteering arbeiten auch hier in Tansania viel freiwillig und unentgeltlich. Das finde ich gut, richtig und wichtig. Junge Menschen, zum Beispiel aus Deutschland, lernen sich in einer neuen Umgebung kennen. Sie lernen, in ihnen neuen Umgebung mit besonderen Herausforderungen umzugehen.

Schwierig finde ich aber wenn die unbezahlten Arbeitskräfte in Wirtschaftsunternehmen eingesetzt werden. Zum Beispiel bei Solaranlagen Firmen. Oder wenn sie in ans Herz gehenden sozialen Einrichtungen wie Weisenhäusern für Kleinstkinder eingesetzt werden. Dort bezahlen die Freiwilligen manchmal viel Geld und sammeln zusätzlich in Familie Freundeskreis Gelder ein. Was mit dem so gesammelten Geld passiert kann ich nicht kontrollieren. Ein Schalter Nachgeschmack bleibt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Kinder reicher Nationen wie Deutschland ihren Beitrag als Freiwillige leisten. Das kann lokal oder global sein. Aber bei der Auswahl der Organisation sollten sich Jugendliche, Eltern und Berater gut informieren.

Tag248 unter Hyänen

Serengeti Resthouse ist ein schönes und günstiges Gasthaus. Gut eingerichtet und zum Teil mit Warmwasser ausgestattet. Kleine technische Unzulänglichkeiten und technisch eher nicht ausgebildete Hausmeister werden durch Freundlichkeit und die geniale Lage ausgeglichen.

Um zum Nachbarhaus zu gelangen ist ein aufregender Spaziergang notwendig. Beim Abendessen unter freiem Himmel wird es spannend wenn wilde Katzen bis auf wenige Meter heran schleichen. Und beim Shoppen in der Staff Village begegnet man nicht nur Antilopen sondern auch vielen Hyänen auf dem Gelände. Gestern Abend haben wir nicht weit weg sogar einen Leoparden gesehen, der keine Angst vor uns Autoinsassen hatte.

Ich konnte jedoch gut schlafen obwohl die Hyänen draußen heulten. Ein spannendes Erlebnis.

Gleich Frühstück, danach ein ganzer Tag Safari im größten Nationalpark Tansanias.

Tag247 Serengeti

Um den Park von Arusha aus zu erreichen braucht man Zeit oder ein Flugzeug. Wenn es auch nur 250 km sind, so ist die hiesige Reisegeschwindigkeit mit ca 30km\h überschaubar. Wartezeit an Kontrollpunkten und Park Gates kommen hinzu. Wenn man dann erstmal im Ngorogoro Krater ist, hält man wegen Tieren und tollen Aussichten zusätzlich gelegentlich an. Eigentlich ist man aber nur auf der Durchreise auf dem Krater Rand um zur Serengeti zu gelangen.

Die Serengeti beginnt unspektakulär mit einer riesigen Gras Landschaft. Erst nach weiteren 80 km wird es wieder eher zur Savanne. Hier gibt es dann auch mal Lösen, Hyänen und Leoparden zu bestaunen. Oft direkt neben der Straße. Meinen ersten chui, Leoparden in freier Wildbahn habe ich heute sehen dürfen. Es war toll.

Unser Gasthaus liegt mitten im Park. Man wohnt in gut ausgestatteten und technisch noch recht gut funktionierenden Häusern. Draußen laufen reichlich Hyänen herum. Das sind ziemlich kräftige Aasfresser, die aber auch mal in Gruppen selber jagen. Zwei Nächte bleiben wir.

Gerade haben wir gekocht und gegessen. Morgen um 7:00 Frühstück.

Tag241a Technik die Schwierigkeit macht.

Irgendwie wird es zur Gewohnheit dass ich in Tansania in Stresssituationen gerate. Dieses Mal ist es der durchgebrannte PV Wechselrichter von SMA. Das Batteriekasten läuft, aber die gestern wieder gut befestigen Module können nicht genutzt werden. Sehr schade.

Den Fehler haben wir wohl gefunden, wissen aber noch nicht ob wir ein Ersatzteil bekomme können. SMA hat sich noch nicht gemeldet. Andere Quellen, Z B. über andere Händler oder Ebay , die bieten durchaus gute gebrauchte Inverter an. Problem sind Zeit und Gewicht. Wer kauft mal für uns in Deutschland einen WR bei Ebay um diesen dann zu zerlegen und uns die kleine Ersatz-Platine zuzusenden?

Was war noch? Erneut durften wir gegen eine hiesige Mannschaft Soccer spielen. Wie immer habe ich mich verletzt, diesmal am Knie. Die Hose ist auch hinüber. Leider konnten wir nicht gewinnen.

Ach ja, die Solarfirma aus dem Süden Tansanias brachte die Technik und Techniker für KIUMO und bauten die Panele aufs Dach. Ich bin aber nicht wirklich vom System überzeugt. Wir werden sehen, teuer genug ist es jedenfalls.

Tag241 Relax

Gestern Nachmittag war frei, weil die bestellte PV Anlage für die KIUMO Berufsschule nicht wie versprochen geliefert wurde. 8:30 Uhr war von den vorher angekommen Managern, Anwalt und zwei deutschen Praktikantinnen versprochen. Gegen Mittag war wohl auch ein Techniker erschienen. Aber bisher weder Technik noch eine Leiter mit der man auf das Dach kommen könnte.

Ich habe gestern die Morgenstunden genutzt um die PV Anlage der KIUMAKO Sekundarschule, die wir als Verein 2012 bauten, neu zu befestigen und einen Fehler zu beheben. Das war nicht angenehm weil ich kaum Sicherung für mich hätte. Früh morgens ist es aber wenigstens noch kühl auf dem Blechdach. Sollte SMA in den nächsten Tagen noch die Ersatzteile für den durchgebrannten Wechselrichter liefern, könnte ich den vielleicht anfang März noch in Betrieb nehmen. Womöglich ist dann ja auch die zweite Anlage hier 🤔

Power Transistor nach zu viel Power

Heute ist Erholungsphase für die Gruppe. Das Angebot von Gilbert, einige könnten erneut mit zum Wasserfall wandern wurde von allen abgelehnt. Der Vormittag in der örtlichen Meierei ebenfalls und auch mein Wunschausflug ab 13 Uhr zur Kaffee-Kooperative wird wohl schwach besetzt sein.

Nicht gerade, aber wieder fest und korrekter verdrahtet

Seit sieben Uhr läuft gegenüber der erste Gottesdienst. Der Posaunist, der seit Tagen abends vor unserem Hostel übt spielt gerade, das heißt eigentlich noch nicht gerade😉 aber schon deutlich besser. Der Rest der Gesänge ist hier im Gästezimmer deutlich zu hören. Sehr schwungvoll und angenehm. Zumindest wenn man nicht mehr schlafen möchte.

Heute um vier findet dann vermutlich das nächste Soccer Spiel statt. Großer Platz und gegen ein echtes Tansania Team. Wir haben wohl kaum eine Chance😕 aber sicherlich viel Spaß.

Tag240 Halbzeit Tansania

Für die Schüler Gruppe ist mehr als die Hälfte der Zeit um. Einige sind wohl auch froh, dass sie bald wieder die heimische Gemütlichkeit und gewohntes Essen genießen können. Ich denke dass aktuell alle ziemlich erschöpft sind. Mit dem gestrigen Fußball Spiel an der KIUMAKO school wurden einige Reserven abgerufen. Auch bei mir😉.

Freitag gegen Mittag kamen fünf Personen von der Solaranlagen Firma aus dem Süden Tansania an. Manager, Anwalt, Fahrer und zwei deutsche Praktikantinnen. Am Samstag sollen morgens die Techniker mit der Anlage kommen, die dann bis Sonntag Abend die Technik auf der KIUMO vocational school installiert haben wollen. Ich wäre ehrlich überrascht und glücklich wenn dies klappt. Dann können wir Montag und Dienstag die Exkursion zum Lake Challa genießen.

Samstag möchte ich gerne noch die PV Anlage auf der KIUMAKO besser befestigen und die Strings aufteilen. Der alte Wechselrichter ist zerschossen. Die Leistungstransistoren sind durchgebrannt. Es bleibt spannend ob SMA uns noch rechtzeitig neue liefert. Andernfalls hoffe ich auf geeignete Servicetechniker.

Während ich hier schreibe, nachts gegen vier, regnet es erneut. Dies ist sehr ungewöhnlich für normale Februare . Vorteil ist, dass wir damit die überarbeiteten Fallrohre und Tanks testen können. Auch sind die Temperaturen durch die tägliche Bewölkung europäischen Besuchern gegenüber angenehm.

Tag239 Bäume pflanzen

https://youtu.be/rBrBxoMLLdM

Heute um 11 Uhr wollten wir eigentlich an de Hängen des Kilimanjaro Bäume pflanzen. Aber erst um 14:00 sind wir losgegangen. Mit etwa 15 tansanischen Schüler*innen und ihren Lehrern ist unsere Gruppe durch Plantagen und Waldstücke zum Wiederaufforstungs Hang gelaufen. Schon gestern haben wir Setzlinge vorbereitet und zusätzlich welche an einer Baumschule gekauft. Mit Hacken und Schaufeln ausgestattet könnten wir vorhandene Bäume pflegen sowie neue Pflanzen. Der harte Boden und die steilen Hänge machten die Arbeit sehr anstrengend. Insbesondere die Bewässerung der Setzlinge per 25 Liter Eimer forderte uns. Letztlich waren wir sehr glücklich über die gemeinsame Erfahrung. Noch während wir uns mit Blick ins Tal ausführen begann es zu regnen. In dieser Jahreszeit eigentlich ungewöhnlich. Später gab es noch stärkeren Regen den wir in einer Bretterbudenbar überstanden. Wenn es hier regnet, dann richtig.

Bis dahin ein toller Tag, an dem wir morgens noch viel technischen Kleinkram erledigen konnten.

Blick von dem seit acht Jahren in Aufforderung befindlichen Hang. Die großen Bäume waren die ersten.

Leider wurde Abends schlecht kommuniziert wie das Essen verläuft. Ein noch zu hinterfragendes Missverständnis führte dazu, dass wir in die Kili Lodge zogen. Aber auch dort erwartete man uns nicht. Letztlich haben wir in der Mandela Bar etwas zu essen beschaffen können. Als Organisator sehr ärgerlich, auch wenn der Großteil der Gruppe sehr entspannt reagiert hat.

Auch sehr lecker

Tag238 Mittwoch in Mwika

Halbzeit unserer Projekt Reise. Wir konnten viel erreichen und technische Probleme lösen. Auch sind gute Kontakte zwischen Schülern entstanden. Manche Projektideen sind noch nicht erfolgreich abgeschlossen, weil zum Beispiel die bestellte PV Anlage noch nicht geliefert wurde.

Morgen werden Bäume gepflanzt, was zum Teil heute auch schon erfolgt ist. Die beteiligten Schulen erhalten je Obstbäume, am Hang des Kilimanjaro werden typische Regenwald Bäume gepflanzt. Außerdem besuchen wir einen örtlichen Kindergarten.

Freitag nach der Schule wird es wahrscheinlich zum Fußball spielen kommen. Dieses Jahr hoffentlich ohne dass ich mich verletze. Ich stelle mich ins Tor.