Tag182 Tansania Projekt planen

Gestern hatten wir ein gutes und und wichtiges Meeting zwischen vier Beteiligten an unserem Entwicklungsort Mwika in Tansania. Die Heikendorfer sind mittlerweile seit 1985 als Kirche dort aktiv, der Rafiki Verein seit etwa 2007 und wir mit „Tansania Zukunft durch Sonne „seit 2010. Zusätzlich ist die Bibeku als Bildungseinrichtung für ehemals „weltwärts“ und jetzt dem Roten Kreuz in der Region aktiv. Dort werden viele Langzeitpraktikant*innen (12Monate) eingesetzt. Insgesamt ein schön großes Geflecht an Hilfen und Partnerschaften aus Schleswig Holstein. Die Liste ist aber nicht vollständig, denn es gibt noch weitere Organisationen für Bildung, Kreditwesen und ärztliche Versorgung.

Diese Fülle an Partnern hat aber auch seine Tücken, denn wie koordiniert man seine Arbeit ohne Partner hier oder in Tansania zu verwirren oder gar zu ärgern. Darum war das Treffen besonders wichtig.
An einer beruflichen Schule, die KIUMO in Uuwo (Mwika) wurde von dem Kirchenkreis Heikedorf initiiert und wird noch immer gefördert. Dort sollen zukünftig weitere Berufe, neben den vorhandenen Tischlern, Schneidern und Bürokräften ausgebildet werden. Mechaniker und Zweiradmechaniker werden gebraucht. In absehbarer Zeit, hoffe ich, werden dort auch Elektriker ausgebildet. Mit dem Schwerpunkt der dezentralen elektrischen Energieversorgung wäre das sehr hilfreich für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Und genau hier setzt eines unserer Projekte an. Wir wollen die Energieversorgung der Schule mit Hilfe von PV Anlagen sichern. Diese Anlagen sollen so installiert werden, dass sie als Lernobjekte für die späteren Auszubildenden genutzt werden können. Die Förderung durch die Bingo Lotterie ist uns gerade zugesagt worden. Jetzt fehlt nur noch unser Eigenanteil. Leider sind die Kassen dieses Mal nicht so gut gefüllt, so dass unser heutiger Projektabend mit der Reisegruppe unter dem Hauptpunkt „fehlendes Geld“ abgehalten werden muss.
Ein leidiges Nebenthema sind die vermutlich notwendigen Business Visa zur Einreise. Leider konnte ich die tansanische Botschaft bis dato nicht erreichen, die Warteschleife bittet kontinuierlich, es doch später wieder telefonisch zu versuchen.
Wenn alle 19 Reisenden ein Visum für 250$ brauchen, dann werden wir nicht um eine kräftige Erhöhung der Zuzahlung herum kommen. Ein Touristen Visum kostet lediglich 50$.
Ich bin gespannt wie wir dieses Problem lösen werden.

Tag180 Alltag vor Weihnachten

Zum Jahresende ist eigentlich immer viel zu erledigen. Ich habe dieses Jahr viel Glück und muss nur einige Taxi Dienste zu Ärzten und Therapeuten leisten. Meine Weihnachtsfeier konnte ich zu Fuß erreichen. Das Grüne Lastenrad ist zur Werkstatt gebracht und die politischen Termine für dieses Jahr sind erledigt. Aktuell steht nur noch die Reiseplanung für unser SES Nachtreffen im Januar an.
Danach geht es im Februar nach Tansania. Die Reiseplanung hat sich etwas verändert, aber da wir dieses Jahr den Luxus haben, dass ein Reisebüro für uns die Flüge bucht, hielt sich der Aufwand in Grenzen. „Emirates“ fliegt den Int. Airport Kilimandscharo leider nicht mehr direkt an, so dass wir nun über Daressalam einreisen müssen.
Die Förderzusage von Bingo für unsere geplante PV Anlage auf der Kiumo Berufsschule vor Ort hat uns letzte Woche endlich erreicht. Wenn wir es in unserer morgigen Besprechung schaffen, die Zusammenarbeit der beteiligten Hilfs- und Management Organisationen zu koordinieren, dann muss nur noch der Lieferant in Tansania mitspielen. Dann haben wir eine reelle Chance, die Anlage im Februar in Betrieb zu nehmen. In Tansania ist so eine kurze Lieferzeit durchaus realistischer als in Deutschland.

Donnerstag dann das letzte Treffen mit den Mitreisenden SchülerInnen, von denen sich leider erneut schon wieder viele entschuldigt haben. Ich frage mich manchmal, ob einigen die Reise wichtig genug ist. Die Mitarbeit lastet mal wieder auf wenigen Schultern. Aber dieses Verhalten erlebe ich leider sehr häufig bei Gruppenveranstaltungen, nicht nur bei Jugendlichen.
Immerhin hat der Tansania Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Itzehoe letzten Samstag stattgefunden. Viele gespendete Preise konnten mit Hilfe eines Glücksrades verspielt werden. Die Einnahmen können nun der PV Anlage und der Baumpflanzaktion in Tansania zu Gute kommen.
Übrigens erreichte uns eine überraschende, sehr große Spende über die crowdfunding Plattform. Ein regionaler Betrieb spendete 500€ – Danke.

Tag153 zwei Welten

Kaum wieder zu Hause beginnt das tägliche Leben. Die Kinder haben, wie es sich gehört, mehr Interesse an ihren Erlebnissen und vor allem eigenen Wünschen. Meine Erlebnisse in Nepal sind nicht wichtig. Für mich schon, aber die üblichen Probleme zu Hause heben einen Teil der Entspannung schnell auf. Lisa ist noch immer durch pubertäres Verhalten gefangen. Suchen nach Liebe, Anerkennung und Selbständigkeit ist für den Rest der Familie eine tägliche Herausforderung. Wie erzieht man so angespannt liebevoll? Es bleibt spannend.

Mich selbst hat nach der Heimkehr nun doch noch das Magenproblemen erwischt. Ob ich die Flugzeugkost nicht vertragen habe? Geschmeckt hat es zumindest dieses Mal nicht. Vielleicht ist es auch nur die Anspannung nach der Entspannung.

Der gestrigen Tag war für die Jetlag Behandlung zu voll. Verkauf von Teilen aus dem alten Haus, aufräumen in beiden Häusern, ehemalige Nachbarn besuchen, ein Advent Fest in Brokdorf besuchen, zu spät zur eigenen Abschiedsfeier bei der Feuerwehr zu kommen und abends dann noch auf Glühwein und Räucherfisch zu unseren neuen Nachbarn gehen. Lange habe ich dort am Lagerfeuer leider nicht mehr ausgehalten.

Schade,dass der Schlaf zu früh endete. Vermutlich wird der Sonntag nicht so angenehm wie er hofft. Nachmittags sind wir bei anderen Nachbarn eingeladen. Mal schauen was ich vorher noch erledigen kann.

Tag153 Rückkehr in Itzehoe

Gestern Abend 23:30 war ich zu Hause. Zum Glück von meiner besseren Hälfte in Hamburg abgeholt und somit vom schweren Gepäckstück entlastet. Allerdings bin ich nach vier Stunden wieder wach, wenn auch sehr müde.

Was tut man dann am Besten? Auspacken und aufräumen. Außerdem höre ich einige im Urlaub begonnen Hörbücher zu Ende. Derzeit ein ziemlich alter Ratgeber, wie man mit Umwelt gerechten Verhalten sogar noch bares Geld sparen kann von Andreas Schlumberger (2008). Die Inhalte stimmen noch immer. Mit 50 einfachen Tipps kann jeder, auch ich, viel für unsere Umgebung und Kinder tun.

To Do also sind einfache Energiesparmssnahmen zu Hause, Verringerung von Fleisch im Essen und Einkauf von weniger Chemie Gemüse und Obst. Und wenn man die Umweltschäden durch Baumwolle betrachtet, dann muss ich weniger oft neues einkaufen gehen oder Leinen bevorzugen. Aber einiges werde ich mir und uns weiter erlauben. Reisen bildet. Kurze Wege fahren wir aber schon jetzt per Bahn oder Bus. Langstreckenflüge kann ich zumindest über atmosfair ein wenig ausgleichen. Mein letzter Ausgleich fließt in die Förderung von Biogasanlagen von ländlich lebenden Nepali. Kochen mit Gas statt Holz ist dort weit verbreitet und spart nachhaltig Holz.

Tag151 Katmandu

Nach einer angenehmen Fahrt im Bus von Bandipur nach Katmandu sind wir im Holy Himalaya abgestiegen. Eine riesige Stupa war unser erstes Ziel. Auffällig ist dass hier deutlich aufdringlicher verkauft wird. Das Tourismus Viertel, in dem auch unser Hotel liegt, ist auf Kurzzeitige Aufenthalte eingerichtet. Viele Geschenke und Andenken können hier vor der Rückreise erstanden werden. Gefühlt gibt es vier unterschiedliche Geschäfte die sich periodisch aneinanderreihen. Dazwischen Restaurants,Hotels und Bars. Die Straßen sind sehr voll. Allerdings kaum mit Privat PKW. Taxis und Mopeds sind allgegenwärtig, vereinzelt, vor allem abends, sieht man Rikschas mit sehr alten Fahrern.

Den Abend aßen wir im Indischen Restaurant the third eye sehr gut. Die Rückreise und das Feedback stehen im Mittelpunkt meiner Gedanken.

Tag146 Annapurna Mon Village

In unserer komfortablen Lodge, finanziert vom Franzosen Thomas in Kooperation mit dem umtriebiegen Nepali Bassanta, liege ich schon mehr als eine Stunde wach. Ich scheine wieder fit zu sein, denn meine typischen sechs Stunden Schlaf reichten aus. Noch etwa eine halbe Stunde, dann kommt die Sonne raus und ich werde die Berge beobachten und sicher einige Bilder knipsen.

Bis dahin kann ich mal wieder in Ruhe Zeitung lesen. Der Online Zeitung als e paper sei Dank. In der Heimat gibt es einige Themen, zu denen ich Gedanken formulieren konnte. Es ist schön, auch dafür Mal wieder Zeit zu nutzen. Zeit zum Nachdenken ist wichtig, ein wenig mehr Zeit als sonst habe ich hier dazu. Und neue Ideen wachsen heran, alte werden überdacht.

Der Plan heute lautet, dass wir zwei Flüge machen. Vermutlich ohne viel Thermik. Gestern ging es mir beim Fliegen sehr gut, ich hoffe auch heute entspannt zu bleiben. Dennoch wächst meine Überzeugung, dieses Hobby demnächst aufzugeben. Der Reiz des Neuen ist vorbei. Ich habe schöne Erlebnisse an Winde, Küste und verschiedenen Bergen genossen. Leider wird man aber älter und ich nicht fitter.

Mal schauen welche altersgerechten Hobbys neben dem Brauen von Bier ich zukünftig austeste. Modellbau, Radfahren oder Schreiben stehen derzeit auf der Wunschliste.

Aber vorerst genieße ich die drei letzten Flugtage hier in Nepal.

Tag145 Annapurna

Heute warteten wir sehr lange auf das Frühstück weil die Abrechnung der Getränke der letzten Tage andauert. Kopfrechnen ist nicht die Stärke der Service Kraft. Dafür gab es dann hausgemachtes nepalesisches Brot. Eine Art Schmalzgebäck und sehr lecker.

Vorher hat uns Goma wieder Yoga beigebracht. Schon der dritte Morgen, und es sollte entspannen. Ich war wieder völlig geschwitzt und erschöpft. Aber mit einer attraktiven Lehrerin hält man sich länger durch. Ich freue mich, dass es morgen Abend weiter gehen soll. Und das, obwohl wir den Aufenthaltsort verlegen mussten. Wir sind jetzt in Ghachok in Sichtweite zum Annapurna Berg.

Eine scheinbar schöne Lodge (es war schon dunkel bei der Ankunft) mit gutem Essen und netten Besitzern. Thomas aus Frankreich und Bassante aus Nepal kooperieren hier.

Die Herfahrt war lang und ermüdend. Im Geländewagen sitzt man sehr unbequem und das Reise Tempo ist aufgrund der schlechten Straßen sehr niedrig. Aber es lohnt sich hoffentlich.

Nach gutem Abendessen, einem Bier am Lagerfeuer und einer warmen Dusche liege ich im Bett und genieße es, mehr als neun Stunden liegen bleiben zu können. Es geht mir auch wieder deutlich besser, nachdem ich einen guten Kaffee auf der Reise trinken konnte. Selbst gepflanzt, geerntet und geröstet schmeckte der Kaffee so gut, dass ich gleich noch teure Bohnen für zu Hause mitgenommen habe.