Tag276 Reisebericht Tansania

Mein Highlight Tansania Projekt 2020

Wir Leiter der Projektreise hatten uns überlegt, wie es wohl am eindrucksvollsten darstellbar ist, was wir vor Ort in Tansania erlebt haben. Da kamen wir auf die Idee, dass jeder und jede Mitreisende einen kurzen persönlichen Bericht schreibt. Das mutet fast wie die typische Ausarbeitung oder der obligatorische Aufsatz nach einer Klassenfahrt an. Es hat aber einen großen Vorteil, denn so kann sich jede*r noch einmal in Ruhe die Reise durch den Kopf gehen lassen. Außerdem kann man sich darüber klar werden, was einen selber am meisten bewegt. Was scheint für mich persönlich wichtig im Leben zu sein?

Unsere Fragestellung lautete also entsprechend: Was hat Dich persönlich am meisten beeindruckt oder bewegt?
Schreibe einen kurzen Bericht mit maximal 200 Wörtern und sende diesen uns zu.
Ich hoffe nun, dass wir möglichst viele Berichte erhalten, denn diese Berichte machen die geplante Präsentation für die Eltern, Kollegen und vielen Spender eindrucksvoll erlebbar.
Wenn wir nur aufzählen, welche Technik wir unterstützt haben, welche Aktionen wir mit den tansanischen Gastgebern durchführten und wo wir wann waren, dann wird es schnell öde.

Nun habe ich mir etwas Zeit genommen um auch einen Bericht zu schreiben. Es war gar nicht so einfach, herauszufinden, was mein bestes Erlebnis war. Aber nach vielen Abenden und dem Sortieren vieler Bilder komme ich zu folgendem Ergebnis:

Bäume pflanzen für das Klima und die eigene Zufriedenheit.

Manch einer würde vielleicht sagen, dass es die Seele berührt hat, für mich war es jedenfalls ein besonders schönes Gefühl, nach der körperlich harten Arbeit am Hang die Ruhe und den Ausblick über das Tal zu genießen. Vor uns erstreckte sich eine abschüssige Fläche mit vielen in den letzten Jahren gepflanzten Bäumen. Vorher wurde diese Fläche als Plantage für Mais genutzt, nun entsteht hier wieder ein Teil ursprünglichen Waldes. Leider wurden in den letzten Jahrzehnten fast alle Bäume gefällt. Die Bewohner der Region benötigten Bauholz und Feuerholz.
Ein wichtiger Teil unserer Projektreise war darum die Baum-Pflanzaktion. Unser Organisator Gilbert hat bei einer regionalen Baumschule Frucht- und Urwaldbäume sowie Hacken und Schaufeln und Wassereimer besorgt. Die Obstbäume wurde an der Schule gepflanzt und sollen der Küche dienen. Die anderen Bäume sollten einen neuen Wald bilden.
Zusammen mit Schülern der Sekundar- und der Berufsschule sind wir in den Berg gewandert. Nach einem recht langen, verschlungenen Weg kamen wir an. Viele Tansanier, Lehrer, Schüler, Arbeiter waren schon dabei das Unkraut um die zuletzt gepflanzten Bäume zu jäten. Die neuen Bäume brauchen Luft zum Wachsen. Ich griff mir also eine Hacke und unterstützte einen der tansanischen Schüler. Er wies mich ein, was zu tun sei. Immer weiter wanderten wir den Hang arbeitend hinauf. Bis wir zu einer Stelle kamen an der wir unsere Bäume pflanzen konnten. Überall wurden schon Löcher gegraben. Wir taten es nach und pflanzten Baum um Baum. Das Wasser kam aus einer kleinen Quelle am Fuße des Hanges und musste mit 25 Liter Eimern hoch getragen werden. Das war eine anstrengende, feuchte Aktion.

Nachdem wir alle Setzlinge aufgebraucht hatten genossen wir eine Pause mit Erfrischungen. Wir saßen im Gras oberhalb der neuen Bäume und bestaunten den Hang und die Lage im Kilimandscharo Schatten.
Dieses Gefühl, welches mich dort überkam war eine Mischung aus Stolz, das Richtige getan zu haben und angenehmer körperlicher Erschöpfung. Die Erschöpfung zeigte mir deutlich, dass es sich manches Mal lohnt, Anstrengungen auszuhalten um belohnt zu werden. Hier wurde ich durch das tolle Gefühl und die schönen, bleibenden Erinnerungen belohnt.
Dank an alle die dies möglich gemacht haben. Ich hoffe, wir können diese Aktion bei der nächsten Reise wiederholen.

Manfred Sallach

2020

Tag264 Ich und Corona in Deutschland

Nein, ich bin nicht infiziert. Aber Deutschland scheint es zu sein. Am Hamburger Flughafen wurde ich nicht kontrolliert, ob in der Durchgangsschleuse ein Temperatur-scan durchgeführt wurde, weiß ich nicht. Aber als Ankommender aus Dubai hätte ich mehr Interesse der Behörden erwartet.
Dafür ist die Informationslage in Deutschland verworren. Beruhigen und Warnern neben der Absage von Großveranstaltungen und Verordnungen gegen das Besuchen von Schulen und Kindergärten gleichzeitig. Was soll ich davon halten? Im Moment finde ich die Aufmerksamkeit, die man diesem Virus widmet übertrieben. Die klassische Grippe ist in Deutschland fast unbeachtet, obwohl daran jährlich mehr als 20000 Menschen sterben. Was würde passieren, wenn wir über jeden an Grippe erkrankten Deutschen ausführlich berichten würden?

Zu Hause bei der Familie läuft alles wieder wie erwartet. An meinen Erlebnissen ist man nur gering interessiert, dafür stehen die persönlichen Belange der Kinder im Mittelpunkt. Da gibt es viele Dinge die unbedingt gekauft werden sollen. Es gibt viele Gründe nicht zur Schule gehen zu müssen und verstehen tun wir die Kleine auch nicht.
Pubertät in voller Pracht.

Leider geraten so auch viele Erinnerungen und Pläne aus der Zeit in Tansania zu schnell in Vergessenheit. Zumindest habe ich mir heute in der Bücherei zwei Suaheli Bücher zum Lernen der Sprache bestellt. Ich hoffe, mir Zeit zu nehmen diese Sprache zumindest etwas weiter zu erlernen. Vermutlich werde ich noch öfter dort hin reisen.

Im NDR läuft gerade „Expedition ins Tierreich“ zum Thema Afrika. Eine schöne Erinnerung.
Auch ich hatte schon Zeit, einige Filme und Videos der letzten Wochen zu sichten, zu sortieren und  zusammenzustellen. Nur habe ich noch keine Texte dazu verfasst.

Gerade erreicht mich die Mitteilung, dass unsere geplante Veranstaltung zur Präsentation der Reiseergebnissefür unsere Spender und die Familien der mitreisenden Schüler*innen wegen der Corona Epidemie abgesagt werden musste. Schade, denn die Eindrücke der Reise nehmen täglich ab. Eine spätere Veranstaltung wird dadurch nicht eindrucksvoller werden. Aber was kann man machen?

Tag256 Moshi und super Angebot

Nun war es wirklich der letzte Tag mit Venance. Wir führen morgens Richtung Mwika ab. Zwischenstopp in Moshi am Bahnhof. Seit Dezember 2019 soll da wieder ein Zug fahren. Von Arusha nach Dar Es Salam. Und tatsächlich fährt dieser zweimal pro Woche. Wir hatten Glück, denn heute kam er tatsächlich aus Dar an um danach nach Arusha weiter zu fahren. Alte Lock, alte Waggons aber äußerlich in gutem Zustand. 16 Uhr in Dar starten und gegen 11:15 in Moshi ankommen. Vielleicht eine schöne Reise im Schlafwagen.

Dann weiter in die City um Geld zu holen und etwas zum Essen zu besorgen. Jetzt noch Venance alte Hütte, seine erste nach dem Auszug von zu Hause ansehen. Auf dem Weg fällt uns der Mercedes mit dem E Motor auf, den wir uns schon beim ersten Moshi Besuch ansehen wollten. Stoppen, Fahrer suchen und finden. Einladung zum Besuch in seinem Haus erhalten und fachsimpeln. Der zweite große Glücksfall heute.

Dann endlich zu Venance Haus etwa 10 km entfernt in 1500 m Höhe des Kilimanjaro gelegen. Wunderschöne grüne Bananen und Kaffee Plantagen mit tollen Ausblicken auf den Kili und das Moshi Tal. Das Haus ist etwa 80 qm groß und im Rohbau. Faszinierend und durchaus Wert über das Angebot nachzudenken in sein Tourismus Unternehmen einzusteigen. Bezahlung wäre u.a. freies Wohnen in Moshi und Arusha.

Ich muss dringend nachdenken.

Tag255 Regenzeit in Tansania

Von März bis Juni soll hier nach typisch langer Trockenperiode die Regenzeit beginnen. Im Januar und Februar war es dieses Mal allerdings nicht sehr trocken. Weite Landstriche sind grün und die Bauern freuen sich über gute Erträge. Als Besucher und Lehrer ist es aber bedrückend, denn den Schülerinnen der Projektreise könnte die typische Hitze hier nicht gewahr werden. Außerdem kommen die Wachstumsperioden und auch die Migration der Wildtiere durcheinander.

Dafür begann gestern die Regenzeit mit viel andauernden Nachtregen, der bis in den späten Vormittag anhielt. Und auch diese Nacht war sehr nass. Wir haben darum wieder einmal unsere Pläne geändert und haben einen Arusha Tag mehr eingelegt. Zeit für eine di. Innocent, der Koch von Venance hat uns begleitet. Man hat hier immer Angst um unsere Sicherheit. Als Gastgeber kann ich das nachempfinden aber als erfahrenererer Reisender erscheint mir die Angst hier etwas übertrieben zu sein.

Wir sahen den Großmarkt, kleine Geschäfte, Spezialläden für Solaranlagen und Elektronik. Zum Mittagessen dann auf einem Masaai Ziegen- und Schafmarkt. Hier wird viel Ziege und Schaf gegrillt. Ich wusste bis dato nicht, dass Ziegenleber so lecker ist. Wir waren lange dort und genossen das Essen, das Marktleben und die Zeit. Im Matsch bei angenehmer Sonnenbestrahlung ging es durch die Reihen der Marktbetreiber. Und meinen neuen Rasenmäher habe ich auch gleich noch gekauft.

Zurück zu hause bereiteten wir das Geld vor, was durch die Millionenbeträge eine aufwändige Zählerei ist. Dann lecker abendessen und SkipBo spielen.

Eine Magenverstimmung und die Anstrengung des SchwimmensSam Vortag machten mich sehr müde und ich konnte gut un lange schlafen.

 

Tag254 Tag der Abrechnung

Das Schwierigste am Reisen Mut Freunden ist oft die Abrechnung. Mit Venance verbinden mich eine lange Freundschaft, so dass er sich unwohl fühlt einen Preis für seine Arbeitsleistung zu nennen. Ich selber würde ihn ungerne wirtschaftlich ausnutzen. Schließlich haben wir uns gestern auf einen normalen Touristen Preis geeinigt. Mein Spezialurlaub ist dadurch recht teuer geworden, denn viel Luxus Jeep fahren ist ein hochpreisiges Vergnügen.

Während der Reise könnte ich aber auch den dahintersteckenden Aufwand gut erkennen. Benzin, Ersatzreifen, Straf- und Schmiergelder auf den Straßen müssen neben Fahrzeugerhaltung , Versicherung, Steuer und Lohn irgendwo herkommen. Der Administrative Aufwand zur Beschaffung von Eintrittskarten für die Nationalparks ist teilweise enorm.

Erstaunlich wenig zahlen wir hingehen für Übernachtung und Essen im Gasthaus von Venance. Ein extra eingestellter Koch und viele Getränke Kosten gerade 20€ am Tag pro Gast.

Natürlich kommt zum Schluss auch die Diskussion um Marketing, Werbung und Beteiligung am Business wieder auf. Ein schönes Angebot ist es, hier in Tansania ein Fahrzeug und eine Wohnung haben zu können um gemeinsam ein Touristen Business zu betreiben. Was konkret für Erwartungen dahinter stecken kann ich nicht abschätzen.

Mit meiner Familie ist dies aber eher schwierig umzusetzen, denn die beschwerliche Reise ist ein großes Hemmniss hier.

We will see. Immerhin habe ich Motivation, weiter Suaheli zu lernen.

Tag253 freiwillig arbeiten?

So genannte Volunteering arbeiten auch hier in Tansania viel freiwillig und unentgeltlich. Das finde ich gut, richtig und wichtig. Junge Menschen, zum Beispiel aus Deutschland, lernen sich in einer neuen Umgebung kennen. Sie lernen, in ihnen neuen Umgebung mit besonderen Herausforderungen umzugehen.

Schwierig finde ich aber wenn die unbezahlten Arbeitskräfte in Wirtschaftsunternehmen eingesetzt werden. Zum Beispiel bei Solaranlagen Firmen. Oder wenn sie in ans Herz gehenden sozialen Einrichtungen wie Weisenhäusern für Kleinstkinder eingesetzt werden. Dort bezahlen die Freiwilligen manchmal viel Geld und sammeln zusätzlich in Familie Freundeskreis Gelder ein. Was mit dem so gesammelten Geld passiert kann ich nicht kontrollieren. Ein Schalter Nachgeschmack bleibt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Kinder reicher Nationen wie Deutschland ihren Beitrag als Freiwillige leisten. Das kann lokal oder global sein. Aber bei der Auswahl der Organisation sollten sich Jugendliche, Eltern und Berater gut informieren.

Tag252 Fahrt von Mwanza nach Arusha

Wie schnell die Zeit vergeht ist erschreckend. Nicht ein mal zum Schreiben komme ich die Tage. Aber dafür hatten wir viele gute Kontakte zur Familie von Venance in Mwanza. Außerdem könnte ich eine Firma auftreiben, die einen für die KIUMAKO geeigneten Wechselrichter bestellen kann. Leider ist der fast dreimal so teuer wie in Deutschland.

Die Rückreise mit dem Landcruiser war lang. Für die 755 km veranschlagten wir 12 Stunden, was gut kalkuliert war. Durch eine Reifenpanne und zweimaligen Starkregen verlängerte sich die Fahrt auf 13 Stunden. 660 km ist Venance gefahren, ich könnte nur einmal einen Fahrerwechsel durchsetzen.

In Arusha angekommen wurden wir erneut herzlich aufgenommen. Jordan und Ramsey spielten sofort wieder mit uns. Wasser zum Duschen wurde gekocht, Essen bereitet und ein abschließendes Bier vor der Nachtruhe genossen.

Lange Autofahrten sind anstrengend aber wir haben einen guten Eindruck von der Landschaft und der tansanischen Weite gewinnen können.