Tag366 Das Jahr ist um

Heute habe ich gearbeitet, ja für die Schule. Auch wenn der Unterricht erst wieder am 9.8.2020 los geht.
Mein Abteilungsleiter hat meinen Wünschen gemäß meine Einsatzbereiche für die Zukunft verändert. Außerdem konnte ich schon die ungefähren Einsatzbereiche erfahren. Wie ich es wollte werde ich mich vornehmlich um Schüler*innen kümmern, die es nicht leicht hatten und haben. Bis zum 18en Lebensjahr besteht ja die Schulpflicht. Einige schaffen es aber nicht in der eigentlichen Schulzeit einen Abschluss zu erreichen. Wenn sie dann auch keinen Ausbildungsplatz bekommen, dann kommen sie zu uns in die Berufsschule. Manchmal brauchen die jungen Menschen einfach nur ein Jahr mehr Zeit. Meistens besteht die Chance, ihnen Schule auch als anders zu vermitteln, als sie es bis dato kennen lernten. Mit Spaß am Lernen kommt man weiter als mit der Pflicht, anwesend zu sein und regelmäßig zu scheitern.

Vermutlich werde ich mich auch wieder um Klassen mit geflüchteten Jugendlichen kümmern. Das bringt eigentlich immer Spaß, denn hier geht es um Spracherwerb und Orientierung in der neuen Gesellschaft. Ich lerne dort immer sehr viel von meinen Schüler*innen. Andere Länder und Lebenswelten haben mich schon immer fasziniert.
Zusätzlich sind die meisten dieser Schüler absolut am Lernen interessiert. Dafür ist die Homogenität in den Klassen absolut nicht gegeben. Vom Analphabeten bis zum Studenten finden sich alle Bildungs-Historien.

Und einige Stunden gebe ich auch wieder in der klassischen Elektrotechnik. Dadurch bleibe ich am Thema der beruflichen Ausbildung beteiligt. Ein Wechsel nach Bedarf bleibt also für die Zukunft offen.

Ich habe übrigens nur zwei Stunden für die Schule gearbeitet, denn offiziell muss ich erst nah den Ferien wieder ran. Ich bin jedoch noch nicht durch alle Mails durch. 600 muss ich noch sichten und in Ordner sortieren.

Tag311 Hilfe für Tansania

Es tut sich nicht viel aus Sicht des Sabbatjahres und das merke ich, dass es kaum Einträge in diesem Blog gibt. Vieles spielt sich derzeit auf der Baustelle E-Auto und Corona Politik ab.
Nun bin ich aber über eine wichtige Hilfsaktion gestolpert. Über den Rafiki Verein werden unsere Partner in der Kilimandscharo Region finanziell unterstützt. Vor Ort werden Aufklärung über das Virus (und andere Krankheiten) gefördert. Parallel werden derzeit Waschmöglichkeiten zur Handreinigung aufgestellt. Das ist, wie wir auch in Deutschland gelernt haben, besonders wichtig um die Ausbreitung zu verlangsamen.hilfsaufruf Rafiki gegen Corona

Das große Problem der mangelnden Versorgung in Tansania für intensive medizinische Maßnahmen wird damit zwar nicht gelöst. Aber die grundlegenden Hilfen können wir von hier aus schnell mit nur wenig Geld für jeden Einzelnen, unterstützen.

Zum Glück sind Hygieneregeln und der Umgang mit Ansteckenden Krankheiten in Tansania durchaus bekannt und im täglichen Leben integriert. Immer wenn gegessen werden, wird zuvor die Hände gewaschen. Leider gibt es aber nicht so viele Waschmöglichkeiten, dass das zwischenzeitliche Händewaschen in der Öffentlichkeit auch möglich ist.
Ich finde diesen Ansatz, der vor Ort durch Tansanier umgesetzt wird, sehr wichtig und richtig.

Ich wünsche mir, dass Afrika nicht erneut der große Verlierer dieser weltweiten Pandemie wird. Lasst uns zumindest ein wenig dafür tun.

Persönlich habe ich mittlerweile viele Freunde dort gefunden. Diese Menschen sind für mich etwas ganz besonderes geworden und ich kann nur hoffen, dass sie weiter gesund bleiben oder zumindest nur schwache Krankheitssymptome bekommen und durchstehen müssen.

 

Tag268 Virus

Interessant ist es für mich, zu beobachten, wie ich selber auf die vielen Virus Meldungen reagiere. Als am Freitag die Schulen geschlossen wurde war für mich die Grenze überschritten. Jetzt nehme ich die Gefahr deutlicher wahr. Allerdings rufe ich mich auch regelmäßig zur Ordnung, damit ich nicht überreagiere. Beide Kinder durften natürlich zu ihren Freundinnen zum Spielen. Und beide Eltern sind gestern noch italienisch Essen gegangen.
Was mich allerdings überrascht ist die Ruhe im Mailfach und auf whatsapp. Der externe Kommunikationsbedarf scheint mit zunehmender Konzentration auf die eigenen vier Wände deutlich zurück zu gehen. Nachdem die meisten öffentlichen und von mir/uns geplanten Veranstaltungen abgesagt wurden, ist es still. Ich denke, ich werde die Zeit nutzen, wieder mehr zu telefonieren.
Ab morgen beginnt dann die interessante Aufgabe, die Kinder sinnvoll zu beschäftigen, damit das eingesperrt Sein nicht als zu großes Gefühl aufkommt. Ich hoffe, das sich beide zum gemeinsamen Basteln überreden lassen. Vermutlich werde ich gegen online Spiele und das Schreiben von Drehbüchern kämpfen müssen.
Ich selber werde auch basteln, Bier ansetzen, Schreiben und Materialien für die Auto Restaurationauftreiben. Hierfür habe ich ja nun Zeit genug.

Etwas ärgert es natürlich schon, dass ausgerechnet in der Zeit, die ich vom Schulleben freigestellt bin, die Schule allgemein geschlossen wird. Andererseits ist es ja keine echte Einbuße, denn die Zeit für Familie und mich habe ich dadurch trotzdem.

Was sonst noch? Ach ja, mehr Sport und viele Spaziergänge. Die Hündin freut sich und vielleicht kann  sie und ich etwas Gewicht verlieren.

Tag253 freiwillig arbeiten?

So genannte Volunteering arbeiten auch hier in Tansania viel freiwillig und unentgeltlich. Das finde ich gut, richtig und wichtig. Junge Menschen, zum Beispiel aus Deutschland, lernen sich in einer neuen Umgebung kennen. Sie lernen, in ihnen neuen Umgebung mit besonderen Herausforderungen umzugehen.

Schwierig finde ich aber wenn die unbezahlten Arbeitskräfte in Wirtschaftsunternehmen eingesetzt werden. Zum Beispiel bei Solaranlagen Firmen. Oder wenn sie in ans Herz gehenden sozialen Einrichtungen wie Weisenhäusern für Kleinstkinder eingesetzt werden. Dort bezahlen die Freiwilligen manchmal viel Geld und sammeln zusätzlich in Familie Freundeskreis Gelder ein. Was mit dem so gesammelten Geld passiert kann ich nicht kontrollieren. Ein Schalter Nachgeschmack bleibt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Kinder reicher Nationen wie Deutschland ihren Beitrag als Freiwillige leisten. Das kann lokal oder global sein. Aber bei der Auswahl der Organisation sollten sich Jugendliche, Eltern und Berater gut informieren.

Tag98 unterschiedliche Wahrnehmungen

Tidung Island, etwa 1 1/2 Stunden vor Jakarta gelegen ist ein günstiges touristisches Gebiet. Hier sollen sich vornehmlich die nicht so reichen Stadtbewohner einmal erholen können. So hat man mir hier erzählt. Und wenn ich bedenke, dass es hier einen Großmarkt speziell für Bedürftige gibt ist da wohl etwas dran. Auch die Übernachtung kostet wenig, so kann sich sogar die Berufsschule einen Lehrerausflug hierher leisten. Schön, dass ich gerade hier bin😁

Wenn ich mich anstrengende, entdecke ich schöne Strände, Mangroven, viele andere Bäume und einige nett anzuschauende Gebäude. Wenn ich nur so hier langlaufen sehe ich viel Müll herumliegen und offizielle Müllsammler sowie freiberuflich arbeitende Recycler.

Das Beste ,neben tollen Gesprächen, war allerdings unsere Bootstour zum kleinen Riff im Norden der Insel. Wir konnten schnorcheln. Viele bunte Fische🐟🐠🐡 und einige intakt aussehende Korallen. Das war toll aber so ermüdend dass ich die Bananen Boot Fährt dann abgelehnt habe.

Am Hafen im Schatten sitzend fallen mir schon die Augen zu. In zwei Stunden geht es zurück in die sehr laute und voll Smog hängende Hauptstadt Jakarta zurück.

Tag92 schlechte Luft

deutsche Welle Beitrag

Nicht nur in Indonesiens Nachbarstaaten herrscht dicke Luft wegen der Brandrodung. Je mehr Palmöl gewonnen wird, desto besser geht es der Wirtschaft hier. Der weltweite Bedarf an Palmöl ist enorm. Jeder mag gerne ab und an auf seine eingekauften Lebensmittel und Snacks schauen. Dieses vermeintlich billige Fett ist ideal für zartschmelzende Schokoprodukte oder Fettcremes wie Nussnougat.

Dafür lohnt sich der Raubbau an Natur und Gesundheit schnell.

Aber auch hier in Jakarta ist schlechte Luft. Selbst gestern, einem laut Einheimischen, Tag mit wenig Smog, hatte ich abends Kopfschmerzen. Es stinkt sehr nach Abgasen, offensichtlich viele aus den tausenden Motorrädern, die zum Teil Zweitakter zu sein scheinen. Dazu wenig Wind und hohe Temperaturen. Immerhin riecht man die Flüsse, oder Kanäle, der Stadt dann nur noch so extrem, wenn man Nähe dran entlang geht.

Einige Menschen leben aber auch von diesen Gewässern. Sie sammeln sich daraus beispielsweise Plastik Trinkbecher heraus, waschen sie aus und befüllen sie mit Snacks. Diese können dann an diversen Marktständen erworben werden. Becher danach in den Fluss, dann wird recycelt 🤔. Auch viele Katzen leben an den Flüssen und haben reichlich Babys an den Müllbergen.