Tag150 letzter Flugtag in Nepal

Als Grüner habe ich ein schlechtes Gewissen, hier bis nach Nepal geflogen zu sein. Ich habe mir gerade eine Organisation herausgesucht, um für meinen zusätzlich verursachten CO2 Ausstoß zu bezahlen. Davon werden dann unter anderem Biogasanlagen in Nepal gefördert. Diese sind hier in vielen ländlichen Regionen sehr verbreitet. Aus Fäkalien, Kuhdung und Essensreste wird bereits in vielen Häusern mit Biogas gekocht. Der Wald wird so weniger abgeholzt.

Mein Hobby des Gleitschirm Fliegen werde ich heute auch beenden. Es waren tolle Erfahrungen und Erlebnisse über die letzten drei Jahre. Ich kann jetzt an der Winde starten, bin an Küsten entlang geflogen und von deutschen, österreichischen und nepalesischen Bergen gestartet. Wenn ich weitermachen würde müsste ich viel mehr fliegen. Um besser zu werden braucht es viel zu viel Zeit zur Übung.

Statt dessen werde ich mir ein anderes Schwerpunkt Hobby suche. Vermutlich Entwicklungsarbeit, basteln an autonom fahrenden Modellflugzeugen und das Umbauen eines Oldtimer Autos zum E Auto. Da bleibt dann wenig Freizeit. Man muss auch wieder loslassen können um mehr zu lernen.

Nepal hat mir sehr gefallen. Vielleicht komme ich einmal zurück um hier Projekte zu entwickeln. Ideen bilden sich gerade dazu aus.

Tag145 Annapurna

Heute warteten wir sehr lange auf das Frühstück weil die Abrechnung der Getränke der letzten Tage andauert. Kopfrechnen ist nicht die Stärke der Service Kraft. Dafür gab es dann hausgemachtes nepalesisches Brot. Eine Art Schmalzgebäck und sehr lecker.

Vorher hat uns Goma wieder Yoga beigebracht. Schon der dritte Morgen, und es sollte entspannen. Ich war wieder völlig geschwitzt und erschöpft. Aber mit einer attraktiven Lehrerin hält man sich länger durch. Ich freue mich, dass es morgen Abend weiter gehen soll. Und das, obwohl wir den Aufenthaltsort verlegen mussten. Wir sind jetzt in Ghachok in Sichtweite zum Annapurna Berg.

Eine scheinbar schöne Lodge (es war schon dunkel bei der Ankunft) mit gutem Essen und netten Besitzern. Thomas aus Frankreich und Bassante aus Nepal kooperieren hier.

Die Herfahrt war lang und ermüdend. Im Geländewagen sitzt man sehr unbequem und das Reise Tempo ist aufgrund der schlechten Straßen sehr niedrig. Aber es lohnt sich hoffentlich.

Nach gutem Abendessen, einem Bier am Lagerfeuer und einer warmen Dusche liege ich im Bett und genieße es, mehr als neun Stunden liegen bleiben zu können. Es geht mir auch wieder deutlich besser, nachdem ich einen guten Kaffee auf der Reise trinken konnte. Selbst gepflanzt, geerntet und geröstet schmeckte der Kaffee so gut, dass ich gleich noch teure Bohnen für zu Hause mitgenommen habe.

Tag143 ich schaffte 200 Höhenmeter

Gestern war ich noch gestresst beim Fliegen. Heute haben wir mein Gurtzeug neu und besser eingestellt. Ich saß besser und konnte etwas weniger angespannt meine Manöver fliegen.

Somit konnte ich heute ruhiger meine Runden drehen und einen stabilen Bart hochdrehen. Mit einigen Tipps von Eugen und Achim gelang es mir ohne viel Drehwurm Übelkeit über 400 m zu steigen. Dann war eine Wolke im Weg und ich musste diese Thermik verlassen. Immerhin 200m über dem Startplatz.

Nach einem gefühlt sehr langem Flug, der aber laut Computer nur 20 Minuten dauerte, bin ich sicher am Landeplatz angekommen. Dort benötige ich mindestens die gleiche Zeit um wieder körperlich runter zu kommen. Mein Kreislauf spielt leider derzeit nicht ganz so gut mit.

Am Nachmittag, als alle Teamkollegen nach zum Teil über zwei Stunden Flugzeit gelandet waren, begann die Jeep Tour zurück zu unserer Lodge. Über eine Stunde dauert dies über sehr schlechte Straßen.

Da ist man in Nepal, direkt vor dem Himalaya, und braucht jeweils einen Tag für einen Gleitschirm Flug mit 800m Höhenunterschied zwischen Start und Landung. Echt verrückt.

Andererseits fahren Andere auch nur zum Entspannen hier her. Und wir haben heute Morgen sogar noch 90 Minuten Yoga gelernt. Die nächsten beiden Tage geht der Kurs weiter. Die Schwägerin von Babu , Goam, eine sehr biegsame junge Frau, leitet uns an. Anstrengend aber gut.

Ob ich dieses Flug Hobby noch lange weiter ausführen werde? Ich bekomme allmählich Zweifel. Mein Wohlfühlfaktor ist nicht so hoch, wenn ich dieses leise Gleiten durch die Luft auch toll finde. Aber die Abspannung und meine fehlende Kondition stören mich sehr. Zusätzlich ist die Umwelt Bilanz sicher nicht gut. Sanfter Tourismus sieht anders aus.

Tag140 Flugwetter

Heute erhielt unsere Reisegruppe die notwendige Genehmigung zum Fliegen. Gegen 12:00 konnten wir aus ca 1600m Höhe starten. Landung in 800m bei nur mäßig starkem Sinken. Einige geübtere Piloten fanden auch gute Thermik, aber ich kaum.

Trotzdem war es wundervoll mit dem Himalaya im Rücken auf den Talsee hinunter zu gleiten.

Gleich geht es zum Landungsbier und Abendessen in ein wohl gutes Restaurant mit Blick auf den See. Morgen dann wieder fliegen.

Great.

Tag 131 Nepal Vorbereitungen

Müde und kaputt. Liegt es daran, dass der Urlaubsmodus mich nach über 100 Tagen Sabbatical erfasst hat oder daran, dass die Indonesien Reise körperlich anstrengend war? Ich weiß es nicht, ich bin einfach müde und schlapp.
Nächste Woche sollte ich möglichst wieder fit sein, also schone ich mich besser. Leider wache ich mal wieder sehr frühauf und kann nicht mehr schlafen. Zeit, den Blog und den PC zu pflegen.

Ich habe begonnen, meine Tasche (Sack) für die Nepal Reise zu packen. Was mir unangenehm ist, ist die Tatsache, dass meine Flugschule (Luftikus), die Flüge über Türkisch Airlines gebucht hat. Darauf habe ich leider nicht rechtzeitig eingewirkt. Reiseveranstalter lassen sich da nicht so gerne in die Karten schauen. Aus politischen Gründen würde ich dies aber nicht machen. Die Reise im Februar, wo ich als Veranstalter für die Projektgruppe auftrete, wird nicht mit dieser Linie gebucht.
Zweites Problem: Wir dürfen zwar 30 kg Gepäck mitnehmen (mein Sack wiegt zur 24kg) aber alles muss in nur einem Koffer sein. Dieser sollte dann nicht größer als 48*48*90cm sein. Wie hier 30 kg hinein gehen sollten bleibt fraglich. In diese Größe passt nicht einmal mein Fluggerät, geschweige denn zusätzlich Helm und Kleidung. Gleitschirmflieger brauchen halt Platz, wenn das Material auch recht leicht ist. Ich bin gespannt auf die Diskussion am CheckIn Schalter, wenn sie meinen „Reisesack“ sehen. Rechtzeitiges Erscheinen erscheint sinnvoll.
Im (6kg) Handgepäck werden dann die Spiegelreflex und ein Thermobecher nebst Buch und Akkus Platz finden.

Problem 2: mein Pass und Visum waren auf dem Postweg verschollen. Zum Glück wurden sie zum Absender zurück geschickt. Hoffentlich erhalte ich diesen noch bis Mittwoch.

Der geplante Reiseverlauf hat sich etwas verändert. Wie es aussieht ist die bisher vorgesehene zweitägige Wanderung nicht mehr enthalten. Dies ist schade, denn danach sollten wir von 3600m Höhe aus starten können. Andererseits ist meine Fitness derzeit eher einfachen Strecken zuträglich. Mal abwarten was kommt.

Tag83 Last Camping?

Bis zu 23 Grad sollen es heuer werden. Windarm ist es auch noch. Also gutes Wetter um zum WoWa zu fahren. Wahrscheinlich kann ich sogar noch einige Flüge mit dem Gleitschirm machen.

Die Kinder wollten nicht mit und sind zum Glück alt genug sich zu Hause gegenseitig zu nerven. Also Genuss am See unter Eichen zu zweit.

Geytern hingegen war ein tag schlechter Nachrichten. Ich war in der Schule und erhielt im Minutentakt Anrufe mit Problemen. Angefangen mit Werkstätten die nicht arbeiten wollen, Blutspendedienste die ihren Dienst einstellen und Freunden die sauer sind.

Ich hoffe alles konnte in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Planung, was will ich eigentlich ein Jahr machen?

Ein Jahr ist kurz, also kann ich wenig Zeit vergeuden.

Außerdem werden sicher Familie und Freunde bald wissen, dass ich Zeit hätte. Wie kann ich mich vor zu vielen Anfragen schützen? Unhöflich möchte ich auch nicht werden.

In der Kommunalpolitik bin ich seit der Kommunalwahl 2018 tätig, hier wird viel Zeit benötigt. Ich kann ein Jahr lang endlich mehr Zeit für Politik aufwenden. Darauf freue ich mich, denn dies macht mir Spaß. Erarbeiten neuer politischer und gesellschaftlicher Fragen mochte ich schon während meins Politik Studiums. In den letzten Jahren kam das aber aus Zeitgründen deutlich zu kurz.

Seit Jahren wollte ich schon versuchen, ein Buch zu schreiben. Vielleicht wird die Reflexion ja mal ein Buch-Versuch. Vielleicht arbeite ich aber auch die Unterrichtsinhalte für Elektrotechnik oder Politik oder Gemeinschaftskunde oder… so auf, dass sie für andere Lehrer brauchbar werden? Nur glaube ich, dass solche Lehrbücher eher langweilig zu verfassen sind. Einkommen daraus zu erwirken könnte schwierig werden, da nur sehr geringe Auflagen zu erwarten sind.

Bleiben also zwei andere wesentliche Interessengebiete in die ich viel Zeit investieren kann. Die Energiewende inklusive Elektromobilität und Entwicklungsarbeit in fernen Ländern. Beides zu kombinieren wäre toll.

Und letztlich könnte ich Hobbys frönen. Aktuell fliege ich gerne am Gleitschirm hängend durch die Luft. Das bedarf auch Zeit, denn viele Fluggebiete sind nicht in Norddeutschland zu finden.