Tag293 basteln, lesen, lernen

Gestern endlich erfolgreich zusammen mit einer der Töchter gebastelt. Aus einem Stück Brennholz ein halbes Osterei geschnitzt und ausgehöhlt. Sie arbeitete und ich wies in die Werkzeuge ein. Das sah danach richtig gut aus.
Heute habe ich mir schon früh Morgens ein anderes Stück Holz Nestbaugeholt und mir auch den Spaß gemacht eine Schale zu schnitzen. Nicht als Ei, aber ein kleiner Hase kann darin sitzen. Holzarbeiten machen immer noch Spaß, man muss sich nur die Zeit dafür auch nehmen.Holznest
Außerdem gestern endlich die Halterung an einer Stahltür wieder angeschweißt. Das lag jetzt auch schon sehr lange herum, weil ich die Schweiß-Elektroden nicht finden konnte.

Heute dann beim Roboterbau unterstützt. Es ist schon doof, wenn in einem Solar Roboter Lernset der Antriebsmotor kaputt ist. Ich konnte ihn leider nicht reparieren, habe aber aus einem anderen ähnlichen Set einen identischen Motor entnehmen können. Leider ist die Robo Planung nicht aufgegangen. Gehofft hatten wir, dass mindestens eine der Töchter mit bastelt. Nun sitzt die Frau alleine davor und kommt langsam voran.

Was war noch? Ach ja, Hörbücher hören, Autoteile ordern, BUND Zeitschrift lesen, Simpleshow überarbeiten, Waldspaziergang, mit Marcus über Tansania quatschen.
Allmählich fühlt es sich hier zu Hause wie Urlaub an.

Neue, technische und politische Ideen kommen auch allmählich wieder zum Vorschein.
Als ein altes Ziel habe ich die Idee der Lebensmittelkennzeichnung wieder nach oben geholt. Statt Bio Produkte auszuzeichnen strebe ich an, dass die anderen Produkte als „chemisch verändert“ oder „genetisch manipuliert“ oder Mit Pestiziden behandelt“ oder „enthält Antibiotika“ beschriftet werden müssen. Wenn daneben dann die „normal“ gewachsenen Möhren liegen dürfte die Wahl der Kundschaft leicht fallen.

Tag278 Freizeit genießen

Es ist anfänglich ein Gefühl von Ungerechtigkeit, wenn die Kolleg*innen auch Frei haben, ohne im Sabbatjahr zu sein. Aber allmählich akzeptiere ich es. Ich genieße die freie Zeit um so mehr und liege oft auf der sonnenbeschienenen Terrasse um zu lesen oder Bücher zu hören. Nebenbei etwas Nachrichten des DLF oder NDR Info anhören, dann reicht es auch mit der Information.
Zu Hause zwinge ich unsere Jüngste des Öfteren zu ihren Hausaufgaben. Gerade sitzt sie neben mir und bearbeitet eine Buchbesprechung. Ist es unfair, dass Mama und Schwester noch im Bett liegen dürfen? Nein, es ist sogar hilfreich, denn dann sind die Störungen geringer.
Die politische Arbeit läuft auch wieder an. Wir Kommunalpolitiker begehren allmählich auf, dass wir in die Abläufe nicht mehr eingebunden sind. Einige Bürgermeister*innen nutzen die Gelegenheit um selber politische Tatsachen zu schaffen (Eilentscheidungen). Und unsere Gremien werden ausgebremst. Zuerst mit dem Versammlungsverbot, welches aber nicht für kommunale Selbstverwaltungen gilt. Jetzt mit der Begründung, dass die Öffentlichkeit nicht beteiligt wäre, wenn wir uns abgeschottet treffen. Hierzu sollte man bedenken, dass sowieso nur selten Bürger*innen in den Ausschüssen sitzen und zuhören. Die Presse kann ja weiter berichten und Sitzungen lassen sich auch online übertragen.
Online Sitzungen kommen allmählich in Mode. Viele vorher kritische Menschen, Arbeiter*innen, Politiker*innen … nutzen plötzlich skype, zoom und Co. Und plötzlich geht das auch.
Verwunderlich, denn schon vor 15 Jahren, als ich noch für die Telekom arbeitete, hatten wir diese Systeme angeboten. Aber nur wenige Kunden gefunden, obwohl sie technisch gut funktionierten.
Ich habe Hoffnung, dass die Krise die Nutzung von online Kommunikationen steigert. Dann können Schulen auch mehr gemeinsam arbeiten (Schulübergreifend). Lehrer*innen können Unterlagen so aufbereiten, das Kolleg*innen auch damit arbeiten können. Viele Geschäftsreisen können wegfallen, wodurch kräftig CO2 eingespart würde. Und Familien können sich kurz besuchen ohne zu lange bei den Verwandten bleiben zu müssen (die Fahrerei lohnt sich sonst ja nicht wenn man nach einer Stunde wieder geht).

Ich werde heute ein Zimmer renovieren (lassen), denn Lisa wünscht sich lavendelfarbene Wände. Farbe, Rolle und Pinsel sind da. Zeit haben wir auch und sie braucht dringend Bewegung. Online spielen schafft halt keine Muskeln und Ausdauer 😉

Tag241a Technik die Schwierigkeit macht.

Irgendwie wird es zur Gewohnheit dass ich in Tansania in Stresssituationen gerate. Dieses Mal ist es der durchgebrannte PV Wechselrichter von SMA. Das Batteriekasten läuft, aber die gestern wieder gut befestigen Module können nicht genutzt werden. Sehr schade.

Den Fehler haben wir wohl gefunden, wissen aber noch nicht ob wir ein Ersatzteil bekomme können. SMA hat sich noch nicht gemeldet. Andere Quellen, Z B. über andere Händler oder Ebay , die bieten durchaus gute gebrauchte Inverter an. Problem sind Zeit und Gewicht. Wer kauft mal für uns in Deutschland einen WR bei Ebay um diesen dann zu zerlegen und uns die kleine Ersatz-Platine zuzusenden?

Was war noch? Erneut durften wir gegen eine hiesige Mannschaft Soccer spielen. Wie immer habe ich mich verletzt, diesmal am Knie. Die Hose ist auch hinüber. Leider konnten wir nicht gewinnen.

Ach ja, die Solarfirma aus dem Süden Tansanias brachte die Technik und Techniker für KIUMO und bauten die Panele aufs Dach. Ich bin aber nicht wirklich vom System überzeugt. Wir werden sehen, teuer genug ist es jedenfalls.

Tag240 Halbzeit Tansania

Für die Schüler Gruppe ist mehr als die Hälfte der Zeit um. Einige sind wohl auch froh, dass sie bald wieder die heimische Gemütlichkeit und gewohntes Essen genießen können. Ich denke dass aktuell alle ziemlich erschöpft sind. Mit dem gestrigen Fußball Spiel an der KIUMAKO school wurden einige Reserven abgerufen. Auch bei mir😉.

Freitag gegen Mittag kamen fünf Personen von der Solaranlagen Firma aus dem Süden Tansania an. Manager, Anwalt, Fahrer und zwei deutsche Praktikantinnen. Am Samstag sollen morgens die Techniker mit der Anlage kommen, die dann bis Sonntag Abend die Technik auf der KIUMO vocational school installiert haben wollen. Ich wäre ehrlich überrascht und glücklich wenn dies klappt. Dann können wir Montag und Dienstag die Exkursion zum Lake Challa genießen.

Samstag möchte ich gerne noch die PV Anlage auf der KIUMAKO besser befestigen und die Strings aufteilen. Der alte Wechselrichter ist zerschossen. Die Leistungstransistoren sind durchgebrannt. Es bleibt spannend ob SMA uns noch rechtzeitig neue liefert. Andernfalls hoffe ich auf geeignete Servicetechniker.

Während ich hier schreibe, nachts gegen vier, regnet es erneut. Dies ist sehr ungewöhnlich für normale Februare . Vorteil ist, dass wir damit die überarbeiteten Fallrohre und Tanks testen können. Auch sind die Temperaturen durch die tägliche Bewölkung europäischen Besuchern gegenüber angenehm.

Tag239 Bäume pflanzen

https://youtu.be/rBrBxoMLLdM

Heute um 11 Uhr wollten wir eigentlich an de Hängen des Kilimanjaro Bäume pflanzen. Aber erst um 14:00 sind wir losgegangen. Mit etwa 15 tansanischen Schüler*innen und ihren Lehrern ist unsere Gruppe durch Plantagen und Waldstücke zum Wiederaufforstungs Hang gelaufen. Schon gestern haben wir Setzlinge vorbereitet und zusätzlich welche an einer Baumschule gekauft. Mit Hacken und Schaufeln ausgestattet könnten wir vorhandene Bäume pflegen sowie neue Pflanzen. Der harte Boden und die steilen Hänge machten die Arbeit sehr anstrengend. Insbesondere die Bewässerung der Setzlinge per 25 Liter Eimer forderte uns. Letztlich waren wir sehr glücklich über die gemeinsame Erfahrung. Noch während wir uns mit Blick ins Tal ausführen begann es zu regnen. In dieser Jahreszeit eigentlich ungewöhnlich. Später gab es noch stärkeren Regen den wir in einer Bretterbudenbar überstanden. Wenn es hier regnet, dann richtig.

Bis dahin ein toller Tag, an dem wir morgens noch viel technischen Kleinkram erledigen konnten.

Blick von dem seit acht Jahren in Aufforderung befindlichen Hang. Die großen Bäume waren die ersten.

Leider wurde Abends schlecht kommuniziert wie das Essen verläuft. Ein noch zu hinterfragendes Missverständnis führte dazu, dass wir in die Kili Lodge zogen. Aber auch dort erwartete man uns nicht. Letztlich haben wir in der Mandela Bar etwas zu essen beschaffen können. Als Organisator sehr ärgerlich, auch wenn der Großteil der Gruppe sehr entspannt reagiert hat.

Auch sehr lecker

Tag234 Begegnung am Wasserfall

Marangu sagt Manchem was, weil es einer der Einstiege zum Gipfel des Kilimanjaro ist. Dort gibt es auch drei Wasserfälle. Zu einem davon sind wir heute gewandert. 19 Weiße in Begleitung von etwa 25 Einheimischen Schülern und Lehrern. Etwa 10km wandern. Zum Teil durch Bananen Plantagen, zum Teil an der Straße entlang.

Es wurde schön viel miteinander geredet und Pflanzen bestaunt. Der Wasserfall selbst in dessen Schlucht unser Ziel lag ist wunderschön. Am uns gegenüber liegenden Ufer auch der Regenwald. Entspannung pur.

Wir hatten ein gemeinsames Mittagessen vor Ort organisiert. Dies kam vor allem bei unseren Gästen gut an. Der Rückweg wurde mit dem Schulbus bewerkstelligt.

Mit Werwolf Spiel und lecker Abendessen verbrachten wir den Abend. Die Füße und Knie schmerzen, auch haben einige Muskelkater, aber allen hat der Tag gut gefallen.

Und auch wenn es nicht jeder gemerkt hat, die Bindungen zwischen unseren Schülern und den hiesigen Schülern sind deutlich gewachsen.

Tag184 Neues lernen und probieren

Endlich habe ich mal wieder Neues ausprobiert. Schon seit langem, schon vor Beginn meiner Auszeit wollte ich die Simpleshow als Lehr- und Lernmedium ausprobieren. Nun habe ich mich endlich dran gemacht. Mit der freeware Version gestartet und nach einem Tag schon die erste Lizenz erworben. Mit der kostenlosen Version ließen sich ganz ordentlich die ersten Videos erstellen und mit einer schlechten Computerstimme vertonen. Mit der Fun Lizenz kann dann selber ein Text eingesprochen werden.

Zusätzlich ist jetzt Weihnachtszeit, sprich die Kinder haben Ferien, das Essen wir noch besser und der Bedarf, mehr Zeit zusammen zu verbringen steigt exponentiell.
Das ist offen gestanden nicht meine Lieblingszeit. Ich brauche immer genügend Stunden für mich.
Glück, dass mein neuer (aufgearbeiter gebrauchter) Laptop nach der Reparatur wieder hier ist und auch das entsprechende Ladegerät wieder hier ist. So kann ich wenigstens in unserem Familienzimmer sitzen und trotzdem was alleine machen. Ich mag einfach kein Fernsehen mehr. Da entsteht dann auch dieser Blog Eintrag.

Ein weiteres kleines Erfogserlebnis halte ich heute noch für mich fest. Seit drei Jahren liegt ein google Chromecast Adapter für unser TV Gerät herum. Im alten Haus am alten Router habe ich den nie zum Arbeiten überreden können. Heute hier am Kabel-Internet Router von Vodafone läuft er. Wenn auch beim Video Streaming etwas ruckelig. Aber jetzt kann ich meine Familie wenigstens gelegentlich mit von mir erstellten Videos am großen Bildschirm langweilen.

Tag103 nebenbei Nachhaltigkeit schulen

Lehrreiches, einfach gehalten und auch für Übersetzung in Indonesien geeignetes Video zur Nachhaltigkeit. Dies könnte ich gestern als Input für die Methoden Übung einsetzen.

Das Thema Umweltschutz ist an den Schulen ein aktuelles und immer wichtiger werdendes Thema. Es eignet sich also gut für die anzuregen den Diskussionen mit Lehrern.

Toll finde ich, dass sie schnell den Mangel an Trinkwasser und das Absinken großer Teile Jakarta ansprechen. Eine vorgeschlage Lösung soll sein, Löcher in den Buden zu bohren und so das Regenwasser in den Boden zu leiten. Versiegelung ist hier ein echtes Problem. Ich bezweifle aber, dass einige Löcher dieses Problem lösen können.

Trotzdem gut, wenn viel über Nachhaltigkeit und Umweltschutz gesprochen wird.

Tag44 Recreation

Heute, nach der Schule und einem earl grey tea konnte ich wieder das alte Fahrrad meines Gast-Vaters nutzen. Er bezeichnet sich allerdings lieber als mein host-big brother. Das Rad ist stabil und in gutem Zustand und wenn ich mich konzentriere fahre ich sogar auf der richtigen Straßenseite. Das Wetter war gut und die Tour angemessen lang mit einer schönen langen Pause an der Themse.

Diese zwei Wochen alleine in Oxford sind ähnlich erfolgreich wie meine letzte Kur. Vormittags, nach einem vorbereiteten einfachen breakfast, die Anwendungen. Hier meist ein Gesprächskreis mit vielen, oft lustigen Diskussionen über alltägliches. Viele neue Menschen kennen lernen, die man ggf. nie wieder sehen wird. Manche möchte man vielleicht wieder sehen, das zeigt sich dann.
Dann kurze lunchtime mit einer Kleinigkeit in einem der vielen kleinen Läden in der Innenstadt. Seit gestern hole ich mir das Essen im covered market, wo es noch echte Handarbeit gibt, statt Systemgastronomie. Und den Kaffee danach fülle ich als takeaway in meine Thermoskanne. seit gestern weiß ich auch, wo es einen guten Kaffee zum unschlagbaren 99 pence Preis gibt. Der ist dann für den Spaziergang nach der Schule gedacht. Die lunchtime class endet um 2:30PM und ist regelmäßig eine Doppellstunde mit viel Sprechen und Diskutieren. Also auch hier wieder entspannende Übungen mit teilweise ansprechend neuen Vokabeln.

Der Nachmittag ist dann mit Spaziergängen, Besichtigungen oder Radtouren voll. Im sicheren Wissen, dass mir abends ein gutes Essen gekocht wird. Hier gibt es wenig Fleisch, keine Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis, aber immer frisch zubereitetes Gemüse. Auch Wein gibts gelegentlich, manchmal bringe ich diesen mit.

Davor und danach finden meist anregende Unterhaltungen mit meinen Hosts statt. Er sprich amerikanischen Akzent, sie irischen. Beide sind gut zu verstehen, nicht dumm und kennen sich in GB gut aus. Das bringt Freude.

Den Rest des Abends höre ich dann viele englische Podcasts oder BBC berichte, schreibe etwas, researche im Internet nach Belieben und vor allem lese ich viel.

Es ist wirklich sehr entspannend, wenn man ohne Verantwortung für andere Personen reist. Wenn man dann auch noch gut versorgt wird, sowohl mit Essen als auch mit Programm, was gibt es schöneres zum Ausspannen?

Tag43 Warum gibt es so viele Sprachen?

Ein interessantes Gesprächsthema unserer heutigen Diskussionsstunde: Warum ausgerechnet Englisch lernen? Warum eigentlich nicht lieber Chinesisch oder Spanisch?

Schon das Einstiegsthema, Schriftzeichen dem korrekten Land zuzuordnen war nicht einfach. Und das obwohl wir Studenten aus diversen Teilen der Welt am Tisch hatten. Danach zu erarbeiten, welche Sprachen eigentlich in zB. der Schweiz offiziell gesprochen werden, fiel auch nicht leicht. In Südafrika zB. gibt es elf offizielle (Amts) Sprachen. Das macht es nicht einfacher, ein Land zu verwalten oder zu regieren.

Weltweit gibt es (noch) fast 7000 unterschiedliche Sprachen. Davon sterben ständig welche aus weil der/die letzte sprechende Person verstirbt. Es ist also zu erwarten, dass irgendwann eine überschaubare Anzahl unterschiedlicher Sprachen übrig bleibt. Manch Forscher geht davon aus, das letztlich eine einzige Sprache existiert, die sich aus den letzten als gemeinsame neue Sprache entwickeln wird.