Tag256 Moshi und super Angebot

Nun war es wirklich der letzte Tag mit Venance. Wir führen morgens Richtung Mwika ab. Zwischenstopp in Moshi am Bahnhof. Seit Dezember 2019 soll da wieder ein Zug fahren. Von Arusha nach Dar Es Salam. Und tatsächlich fährt dieser zweimal pro Woche. Wir hatten Glück, denn heute kam er tatsächlich aus Dar an um danach nach Arusha weiter zu fahren. Alte Lock, alte Waggons aber äußerlich in gutem Zustand. 16 Uhr in Dar starten und gegen 11:15 in Moshi ankommen. Vielleicht eine schöne Reise im Schlafwagen.

Dann weiter in die City um Geld zu holen und etwas zum Essen zu besorgen. Jetzt noch Venance alte Hütte, seine erste nach dem Auszug von zu Hause ansehen. Auf dem Weg fällt uns der Mercedes mit dem E Motor auf, den wir uns schon beim ersten Moshi Besuch ansehen wollten. Stoppen, Fahrer suchen und finden. Einladung zum Besuch in seinem Haus erhalten und fachsimpeln. Der zweite große Glücksfall heute.

Dann endlich zu Venance Haus etwa 10 km entfernt in 1500 m Höhe des Kilimanjaro gelegen. Wunderschöne grüne Bananen und Kaffee Plantagen mit tollen Ausblicken auf den Kili und das Moshi Tal. Das Haus ist etwa 80 qm groß und im Rohbau. Faszinierend und durchaus Wert über das Angebot nachzudenken in sein Tourismus Unternehmen einzusteigen. Bezahlung wäre u.a. freies Wohnen in Moshi und Arusha.

Ich muss dringend nachdenken.

Tag254 Tag der Abrechnung

Das Schwierigste am Reisen Mut Freunden ist oft die Abrechnung. Mit Venance verbinden mich eine lange Freundschaft, so dass er sich unwohl fühlt einen Preis für seine Arbeitsleistung zu nennen. Ich selber würde ihn ungerne wirtschaftlich ausnutzen. Schließlich haben wir uns gestern auf einen normalen Touristen Preis geeinigt. Mein Spezialurlaub ist dadurch recht teuer geworden, denn viel Luxus Jeep fahren ist ein hochpreisiges Vergnügen.

Während der Reise könnte ich aber auch den dahintersteckenden Aufwand gut erkennen. Benzin, Ersatzreifen, Straf- und Schmiergelder auf den Straßen müssen neben Fahrzeugerhaltung , Versicherung, Steuer und Lohn irgendwo herkommen. Der Administrative Aufwand zur Beschaffung von Eintrittskarten für die Nationalparks ist teilweise enorm.

Erstaunlich wenig zahlen wir hingehen für Übernachtung und Essen im Gasthaus von Venance. Ein extra eingestellter Koch und viele Getränke Kosten gerade 20€ am Tag pro Gast.

Natürlich kommt zum Schluss auch die Diskussion um Marketing, Werbung und Beteiligung am Business wieder auf. Ein schönes Angebot ist es, hier in Tansania ein Fahrzeug und eine Wohnung haben zu können um gemeinsam ein Touristen Business zu betreiben. Was konkret für Erwartungen dahinter stecken kann ich nicht abschätzen.

Mit meiner Familie ist dies aber eher schwierig umzusetzen, denn die beschwerliche Reise ist ein großes Hemmniss hier.

We will see. Immerhin habe ich Motivation, weiter Suaheli zu lernen.

Tag253 freiwillig arbeiten?

So genannte Volunteering arbeiten auch hier in Tansania viel freiwillig und unentgeltlich. Das finde ich gut, richtig und wichtig. Junge Menschen, zum Beispiel aus Deutschland, lernen sich in einer neuen Umgebung kennen. Sie lernen, in ihnen neuen Umgebung mit besonderen Herausforderungen umzugehen.

Schwierig finde ich aber wenn die unbezahlten Arbeitskräfte in Wirtschaftsunternehmen eingesetzt werden. Zum Beispiel bei Solaranlagen Firmen. Oder wenn sie in ans Herz gehenden sozialen Einrichtungen wie Weisenhäusern für Kleinstkinder eingesetzt werden. Dort bezahlen die Freiwilligen manchmal viel Geld und sammeln zusätzlich in Familie Freundeskreis Gelder ein. Was mit dem so gesammelten Geld passiert kann ich nicht kontrollieren. Ein Schalter Nachgeschmack bleibt.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn die Kinder reicher Nationen wie Deutschland ihren Beitrag als Freiwillige leisten. Das kann lokal oder global sein. Aber bei der Auswahl der Organisation sollten sich Jugendliche, Eltern und Berater gut informieren.

Tag252 Fahrt von Mwanza nach Arusha

Wie schnell die Zeit vergeht ist erschreckend. Nicht ein mal zum Schreiben komme ich die Tage. Aber dafür hatten wir viele gute Kontakte zur Familie von Venance in Mwanza. Außerdem könnte ich eine Firma auftreiben, die einen für die KIUMAKO geeigneten Wechselrichter bestellen kann. Leider ist der fast dreimal so teuer wie in Deutschland.

Die Rückreise mit dem Landcruiser war lang. Für die 755 km veranschlagten wir 12 Stunden, was gut kalkuliert war. Durch eine Reifenpanne und zweimaligen Starkregen verlängerte sich die Fahrt auf 13 Stunden. 660 km ist Venance gefahren, ich könnte nur einmal einen Fahrerwechsel durchsetzen.

In Arusha angekommen wurden wir erneut herzlich aufgenommen. Jordan und Ramsey spielten sofort wieder mit uns. Wasser zum Duschen wurde gekocht, Essen bereitet und ein abschließendes Bier vor der Nachtruhe genossen.

Lange Autofahrten sind anstrengend aber wir haben einen guten Eindruck von der Landschaft und der tansanischen Weite gewinnen können.

Tag246 Safari vorbereiten

Ausschlafen bis zum Sonnenaufgang, Wäsche waschen, frühstücken und spazieren gehen, so lief der Vormittag ab. Nicht zu vergessen, dass wir ein Hühnchen wählen sollten, welches Peter dann schlachte und rupfte. Mittags gab es dann Ugali Pocko, Maisbrei mit Gemüse und frittiertem Huhn. Sehr frisch und lecker.

Nach einigen aufgebrachten Telefonaten hat Venance dann wohl unsere Übernachtung im Serengetipark klar gemacht, wir müssen nur noch schnell bezahlen, damit die Reservierung nicht verfällt. Ab nach Arusha und vor einer Art Reisebüro Papiere für die Reservierung und die Registrierung im Ngorogoro NP sowie Serengeti Park abholen. Jetzt zur Bank um die Überweisung an das Gasthaus zu tätigen und die Eintrittsgelder zu bezahlen. Barzahlung am Prk ist zumindest für Serengeti nicht möglich, die akzeptieren auch keine Kreditkarte mehr am Eingang. In der Bank muss das Entgelt in Dollar bezahlt werden, auch hier in bar. Wer wie wir keine Dollar hat muss zum Bankautomaten und Geld holen. Der Automat zahlt maximal 400000 tansanischen Schilling pro Vorgang aus (ca 175 $). Wir brauchen 850$. Mit der Landeswährung geht es zur Wechselstube in der Bank, Reisepass kopieren Formblatt ausfüllen und Schlange stehen damit die zwei Millionen Schillingi in Dollar getauscht werden. Mit den Dollar kan dann die Rechnung zum Teil bezahlt werden, aber für unsere mitreisenden tansanischen Freunde muss in Landeswährung bezahlt werden. Den Sinn hab ich nicht verstanden, nur dass alle Organisatoren in der Bank Tourguides, Reisende oder Hotel Angestellte echt genervt sind. So eine Stimmung habe ich hier selten erlebt.

Danach noch Filterwechsel am Landcruiser, abschmieren und volltanken. Morgen früh dann Sachen inkl. Campingkocher und Proviant einpacken. Bis zum Krater brauchen wir vermutlich drei Stunden, dann den Ngorogoro passieren ohne die Besichtigung zu machen um abends in der Serengeti an zu kommen. Es bleibt spannend.

Es regnet übrigens schon wieder.

Tag241a Technik die Schwierigkeit macht.

Irgendwie wird es zur Gewohnheit dass ich in Tansania in Stresssituationen gerate. Dieses Mal ist es der durchgebrannte PV Wechselrichter von SMA. Das Batteriekasten läuft, aber die gestern wieder gut befestigen Module können nicht genutzt werden. Sehr schade.

Den Fehler haben wir wohl gefunden, wissen aber noch nicht ob wir ein Ersatzteil bekomme können. SMA hat sich noch nicht gemeldet. Andere Quellen, Z B. über andere Händler oder Ebay , die bieten durchaus gute gebrauchte Inverter an. Problem sind Zeit und Gewicht. Wer kauft mal für uns in Deutschland einen WR bei Ebay um diesen dann zu zerlegen und uns die kleine Ersatz-Platine zuzusenden?

Was war noch? Erneut durften wir gegen eine hiesige Mannschaft Soccer spielen. Wie immer habe ich mich verletzt, diesmal am Knie. Die Hose ist auch hinüber. Leider konnten wir nicht gewinnen.

Ach ja, die Solarfirma aus dem Süden Tansanias brachte die Technik und Techniker für KIUMO und bauten die Panele aufs Dach. Ich bin aber nicht wirklich vom System überzeugt. Wir werden sehen, teuer genug ist es jedenfalls.

Tag240 Halbzeit Tansania

Für die Schüler Gruppe ist mehr als die Hälfte der Zeit um. Einige sind wohl auch froh, dass sie bald wieder die heimische Gemütlichkeit und gewohntes Essen genießen können. Ich denke dass aktuell alle ziemlich erschöpft sind. Mit dem gestrigen Fußball Spiel an der KIUMAKO school wurden einige Reserven abgerufen. Auch bei mir😉.

Freitag gegen Mittag kamen fünf Personen von der Solaranlagen Firma aus dem Süden Tansania an. Manager, Anwalt, Fahrer und zwei deutsche Praktikantinnen. Am Samstag sollen morgens die Techniker mit der Anlage kommen, die dann bis Sonntag Abend die Technik auf der KIUMO vocational school installiert haben wollen. Ich wäre ehrlich überrascht und glücklich wenn dies klappt. Dann können wir Montag und Dienstag die Exkursion zum Lake Challa genießen.

Samstag möchte ich gerne noch die PV Anlage auf der KIUMAKO besser befestigen und die Strings aufteilen. Der alte Wechselrichter ist zerschossen. Die Leistungstransistoren sind durchgebrannt. Es bleibt spannend ob SMA uns noch rechtzeitig neue liefert. Andernfalls hoffe ich auf geeignete Servicetechniker.

Während ich hier schreibe, nachts gegen vier, regnet es erneut. Dies ist sehr ungewöhnlich für normale Februare . Vorteil ist, dass wir damit die überarbeiteten Fallrohre und Tanks testen können. Auch sind die Temperaturen durch die tägliche Bewölkung europäischen Besuchern gegenüber angenehm.

Tag239 Bäume pflanzen

https://youtu.be/rBrBxoMLLdM

Heute um 11 Uhr wollten wir eigentlich an de Hängen des Kilimanjaro Bäume pflanzen. Aber erst um 14:00 sind wir losgegangen. Mit etwa 15 tansanischen Schüler*innen und ihren Lehrern ist unsere Gruppe durch Plantagen und Waldstücke zum Wiederaufforstungs Hang gelaufen. Schon gestern haben wir Setzlinge vorbereitet und zusätzlich welche an einer Baumschule gekauft. Mit Hacken und Schaufeln ausgestattet könnten wir vorhandene Bäume pflegen sowie neue Pflanzen. Der harte Boden und die steilen Hänge machten die Arbeit sehr anstrengend. Insbesondere die Bewässerung der Setzlinge per 25 Liter Eimer forderte uns. Letztlich waren wir sehr glücklich über die gemeinsame Erfahrung. Noch während wir uns mit Blick ins Tal ausführen begann es zu regnen. In dieser Jahreszeit eigentlich ungewöhnlich. Später gab es noch stärkeren Regen den wir in einer Bretterbudenbar überstanden. Wenn es hier regnet, dann richtig.

Bis dahin ein toller Tag, an dem wir morgens noch viel technischen Kleinkram erledigen konnten.

Blick von dem seit acht Jahren in Aufforderung befindlichen Hang. Die großen Bäume waren die ersten.

Leider wurde Abends schlecht kommuniziert wie das Essen verläuft. Ein noch zu hinterfragendes Missverständnis führte dazu, dass wir in die Kili Lodge zogen. Aber auch dort erwartete man uns nicht. Letztlich haben wir in der Mandela Bar etwas zu essen beschaffen können. Als Organisator sehr ärgerlich, auch wenn der Großteil der Gruppe sehr entspannt reagiert hat.

Auch sehr lecker

Tag235 Sonntag in Mwika

Es ist 5:00 Uhr, die Glocken läuten um die Gemeinde zu wecken. Da der Glockenturm direkt am Gasthaus der Bibelschule steht bin ich auch wach. Erstmals hier bin ich auch so früh munter, das heißt die Normalität kehrt ein und ich muss nicht unbedingt länger schlafen. Anziehen, Kaffee trinken und Tagebuch schreiben, Tee trinken und Fotos sichten, Computer aufräumen und Bilder sichern. Man schafft so viel wenn die Schüler*innen noch schlafen 😉

Unsere Köchin und der Koch sind auch schon fleißig. Diese beiden leisten hier tolle Arbeit. Heute werden Donuts gebacken. Frühstück ist aber erst um acht. Ich habe aber Hunger🙄

Um neun Uhr werden wir abgeholt um in fünf unterschiedlichen Kirchen am Gottesdienst teilzunehmen. Dafür bedarf es einer kurzen Wanderung. Einige Teilnehmer klagten sch gestern Abend über Muskelkater. Aber heute Nachmittag können sie sich ja erholen. Erst morgen arbeiten wir weiter an den Projekten.

Aus unerklärlichen Gründen schmerzen meine Knie noch immer. Ich will aber die Kerimeni Kirche besuchen. Die ist am weitesten Weg.

Zu Hause ist leider nicht alles in Ordnung. Kim musste wegen zu starker Schmerzen in die Klinik. Hoffentlich kann man ihr dort schnell helfen.

Tag234 Begegnung am Wasserfall

Marangu sagt Manchem was, weil es einer der Einstiege zum Gipfel des Kilimanjaro ist. Dort gibt es auch drei Wasserfälle. Zu einem davon sind wir heute gewandert. 19 Weiße in Begleitung von etwa 25 Einheimischen Schülern und Lehrern. Etwa 10km wandern. Zum Teil durch Bananen Plantagen, zum Teil an der Straße entlang.

Es wurde schön viel miteinander geredet und Pflanzen bestaunt. Der Wasserfall selbst in dessen Schlucht unser Ziel lag ist wunderschön. Am uns gegenüber liegenden Ufer auch der Regenwald. Entspannung pur.

Wir hatten ein gemeinsames Mittagessen vor Ort organisiert. Dies kam vor allem bei unseren Gästen gut an. Der Rückweg wurde mit dem Schulbus bewerkstelligt.

Mit Werwolf Spiel und lecker Abendessen verbrachten wir den Abend. Die Füße und Knie schmerzen, auch haben einige Muskelkater, aber allen hat der Tag gut gefallen.

Und auch wenn es nicht jeder gemerkt hat, die Bindungen zwischen unseren Schülern und den hiesigen Schülern sind deutlich gewachsen.